Aufsetzen eines Mediaservers unter Linux

Nachdem ich seit dieser Woche der stolze Besitzer einer Playstation 3 bin, kam ich auf die Idee einen Mediaserver aufzusetzen. Mich hat vor allem die leichte Einbindung der Playstation in mein WLAN beeindruckt. Beim Stöbern in den Menüs ist mir gleich die Idee gekommen, dass es doch nicht schlecht wäre, Musik und Bilder auf einem Mediaserver bereitzustellen und dann mit der PS3 ganz elegant im Wohnzimmer abzuspielen.

 

Einen ausrangierten PC mit großer Festplatte hatte ich noch herumstehen. Beim Betriebssystem kam mir natürlich gleich Linux in den Sinn. Die Wahl fiel auf die Ubuntu 8.04 LTS Server Edition (Codename: "Hardy Heron"). Beim Mediaserver habe ich mich für Mediatomb entschieden, da die benötigten Pakete in Ubuntu bereits enthalten sind.

  • Dann mit einem geeigneten Brennprogramm auf CD brennen.
  • Mit dieser CD den Computer booten. Die Installation von Ubuntu geht einfach wie gewohnt.

Ubuntu Bootscreen

Während des Installationvorgangs einen Namen für den Rechner eingeben. Die Netzwerkeinstellungen wurden über DHCP geholt. Dann noch angeben, dass die gesamte Festplatte für das System verwendet wird und einen Benutzer anlegen. Hier überzeugt wieder mal die leichte Installation von Ubuntu.

  • Anschließend erfolgt der Abschluss mit einem Neustart.
  • Jetzt noch die fehlenden Pakete (z. B. mit dselect oder apt-get) installieren:

mysql-server  (Die benötigte Datenbank)

ftpd

samba (Zum leichten Hochladen von Dateien)

openssh-server (Zum Fernwarten des Computers ohne Bildschirm)

mediatomb (Der eigentliche Mediaserver)

acpid (Zum Herunterfahren des Computers per Knopfdruck)

Die fehlenden Abhängigkeiten werden automatisch aufgelöst.

  • Mediatomb wird als Daemon automatisch beim Hochfahren gestartet.
  • Die Config-Datei /etc/mediatomb/config.xml muss jetzt nur noch bearbeitet werden.

Folgende Änderungen müssen noch vorgenommen werden:

<sqlite3 enabled="no">

<mysql enabled="yes"> 

Wir wollen die Mysql-Datenbank nutzen.
<username>root</username>

Wir lassen es als unter den Mysql-Nutzer root laufen. Wem das zu gefährlich ist, der muss dafür einen neuen User anlegen und diesen dann hier eintragen.

<password>Ihr Passwort</password> Diese Zeile einfügen und das gewählte Passwort eintragen.
<protocolInfo extend="yes"/>

Diese Zeile von no auf yes ändern, da sonst die PS3 die Dateien nicht verarbeiten kann.

<map from="avi" to="video/divx"/>

Diese Zeile auch entkommentieren, da sonst die PS3 Probleme mit Videos hat.

<map from="jpg" to="image/jpeg"/>
<map from="png" to="image/png"/>
<map from="gif" to="image/gif"/>

Diese Zeilen zum Abschnitt ‚mappings‘ hinzufügen. Die PS3 kommt dann besser mit den gängigsten Bilddateien zurecht.

<filesystem-charset>UTF-8</filesystem-charset>

<metadata-charset>UTF-8</metadata-charset>

Diese Zeilen unter "import hidden files" ergänzen. Sonst gibt es Ärger mit deutschen Umlauten.

Per ftp die Dateien auf den Server kopieren oder alternativ den Samba-Server einrichten:

smbpasswd -a <benutzername>

legt einen Benutzer für Samba an. Hier denselben Benutzernamen und das Passwort wählen, wie am Linux-Login.

Die Datei /etc/samba/smb.conf wie folgt ändern:

Unter [global] den Workgroup-Namen entsprechend ändern.

Unter "Share Definitions" die folgenden drei Zeilen auskommentieren.

[homes]
comment = Home Directories
browseable = yes

Dann read only auf = no stellen.

Das wars dann auch. Der Mediaserver taucht jetzt auch in der Windows-Netzwerkumgebung auf. Dateien können dann einfach hin- und her kopiert werden.

  • Dann einen Webbrowser öffnen und die vorhin angezeigte Adresse und den Port eingeben.

Also z. B.: http://192.168.2.3:49152/

Auf "Filesystem" gehen und dann z. B. das Homeverzeichnis auswählen. Dann das Plussymbol mit den Pfeilen anklicken.

Scan-Mode "Timed" und Scan-Level "Full", Sowie der Haken bei "Recursive" sorgen dafür, dass das gesamte Homeverzeichnis regelmäßig automatisch nach neuen Dateien durchsucht wird. Der Scan dauert je nach Datenmenge einige Zeit.

Jetzt kann der Media-Server getestet werden. Einfach die PS3 einschalten und der Server taucht sofort auf. Einem ungestörten Musikgenuss steht jetzt nichts mehr im Wege. Auch auf den anderen Computern im Netzwerk kann der Server genutzt werden.

Bilder und Videos funktionieren ebenfalls einwandfrei. Ich muss sagen, dass ich ziemlich begeistert bin. Die Playstation macht sich gut als Soundmaschine im Wohnzimmer.

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