Homefront – der Singleplayer

Nachdem ich ja von Homefront bisher ziemlich enttäuscht war, habe ich mir wenigstens vom Singleplayer noch etwas erhofft. Ich hatte da ja einige Ausschnitte auf der Gamescom gesehen und war damals wirklich begeistert. Die Versprechungen, die da gemacht wurden in Richtung „extra für PC“ und ähnliches Marketing-Geschwurbel haben mich da wohl etwas beeinflusst. Das ist mir auf jeden Fall eine Lehre gewesen. Homefront ist noch schlimmer als das letzte Medal of Honor, wobei schon erstaunlich ist, dass Homefront das noch unterbieten konnte.

Also hier meine Anmerkungen zum Singleplayer:

  • Die Grafik ist nicht so schlecht, wie befürchtet. Die Waffensounds sind meiner Meinung nach jetzt auch nicht so übel, wie manche behaupten. Die Story hat durchaus Potential.
  • Er ist für das Geld aber zu kurz. Also wirklich in 4 Stunden durchgespielt! Obwohl ich ständig draufgegangen bin und viele Stellen verdammt langgezogen wurden. OK – CoD ist jetzt auch nicht gerade ein langes Spiel. THQ hätte aber zumindest eine Stunde draufpacken können.
  • Von KI möchte ich nicht sprechen, da die Figuren im Spiel überhaupt keine Intelligenz haben. Sie bleiben in der Türe stehen und blockieren den Durchgang. Sie gehen im Kreis oder laufen hin und her. Sie schieben einen aus der Deckung raus oder stehen nur im Weg rum.
  • Die deutsche Übersetzung ist grottig. Manchmal wirkt es so als hätten die Sprecher keinen Bock gehabt oder es wurde wortwörtlich aus dem Englischen übersetzt. Außerdem ist es wirklich toll, wenn sich alle in einem Haus unterhalten, man selbst aber draußen herumläuft. Es klingt trotzdem so, als würde man direkt daneben stehen.
  • Es sind immer wieder ungewollt komische Szenen. Beispielsweise rennt man durch ein Gebäude zu einer Türe und wird von seinen Mitstreitern regelrecht unter Druck gesetzt, man müsste sich beeilen, sonst wäre alles aus. Dann bleiben aber alle an der Türe stehen und warten erst mal eine Ewigkeit und schweigen sich an. Irgendwann geht es dann weiter, weil man muss sich ja beeilen. Versucht doch mal als erster oder zweiter Leitern zu benutzen oder durch irgendwelche Durchgänge zu gehen. Das ist nicht vorgesehen und klappt daher auch nicht. Oder die Schleichmissionen – ständig flüstern alle, man müsste jetzt ganz leise sein. Dann stampfen alle aber zwei Meter von Gegnern entfernt über die offene Prärie und unterhalten sich ungeniert. Die Gegner kriegen natürlich nichts mit.
  • Die Story fängt wirklich gut an und hat einige Momente, in denen sich mir wirklich die Nackenhaare aufgestellt haben. Leider lässt die dann stark nach und es artet alles in ein wildes Geballer auf Horden von Gegnern aus. Dabei wäre hier wirklich Potential gewesen. Schade, hier wurde irgendwie alles verschenkt. Zum Schluss nervt es regelrecht.
  • Außerdem sind manche Stellen ziemlich unfair. In der blöden Kirche bin ich mehrmals draufgegangen und musste wieder von vorne anfangen. Oft gibt es kaum Deckung, dafür aber eine Menge an Gegnern.
  • Zum Schluss kommt dann verdammt viel Pathos auf. Das war mir dann auch schon etwas zu viel.

Homefront kommt in den Schrank – neben Medal of Honor. Vielleicht wird nach einem Patch ja etwas aus dem Multiplayer. So richtig Hoffnung habe ich aber nicht. Bis November wird mich der auf jeden Fall auch nicht fesseln. Vielen Dank THQ und Kaos!

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