Pinakothek der Moderne

Trotz des schönen Wetters war ich heute in der Pinakothek der Moderne. OK – vorher ein Abstecher in den Englischen Garten zum Sonne tanken.

Ich dachte bisher, dass moderne Kunst nicht so meins ist. Allerdings war jetzt eine Ausstellung „Deadly and Brutal“ mit Filmplakaten aus Ghana. Die haben mich interessiert. Die Plakate werben für Filmvorführungen (meistens bestehend aus einem Videorecorder, einem Fernseher, einem Stromaggregat und Bänken oder Stühlen). Sie sind alle handgemalt auf die Rückseite von alten Mehlsäcken und werben für Afrikanische Filme oder Hollywood-Blockbuster. Vom Inhalt her haben sie nicht unbedingt immer etwas mit dem Film zu tun. Sie haben eine ganz eigentümliche Art und sind sehr drastisch überzeichnet. Leute haben Messer im Kopf, überall spritzt Blut. Blitze aus Augen deuten das Böse an. Es finden sich Schädel, abgetrennte Gliedmaßen und Hinweise auf Zauberpraktiken.

 

Die Plakate enthalten schon sehr überzeichnete Gewaltdarstellungen und sind fast schon wieder komisch. Für Kinder könnten sie allerdings sehr verstörend sein und daher wurde ein entsprechender Hinweis am Eingang zum Ausstellungsraum angebracht. Ergänzt werden die Plakate mit ebenfalls handgemalten Werbeschildern für Ärzte oder Friseure.

Die Ausstellung von Architekturfotos war ebenfalls sehr interessant. Auch bei den Videoinstallationen konnte ich einiges entdecken. So gab es z. B. Re-enactments. Es handelt sich dabei um zwei nebeneinander projizierte Filme.

Re-enactments

Beim linken Film bewegt sich der Autor mit einer geladenen Waffe in der Hand durch die Stadt. Er macht nichts, sondern läuft nur mit der Pistole herum. Beim rechten Film wissen die Passanten von dem Kunstprojekt, beim linken nicht.

Interessant fand ich die Reaktionen der anderen Leute im Film. Als die Leute nicht wussten, dass es sich um ein Kunstprojekt handelte, hat kaum jemand reagiert. Man hatte das Gefühl, als ob es keiner bemerkt. Nur wenige haben sich umgedreht. Beim zweiten Mal, waren dann schon mehr Emotion dabei. Die Filme enden mit der Festnahme durch die Polizei.

Natürlich waren auch Bilder oder Plastiken dabei, die mir jetzt nichts gebracht haben. Aber entgegen meiner ursprünglichen Befürchtung war da doch einiges dabei.

Palermo - Triptychon 1972Palermo – Triptychon 1972

Palermo - Tagtraum II 1966Palermo – Tagtraum II 1966

Ein weißer Raum nur ausgeleuchtet durch grüne summende Neonröhren.

Oder Bilder von Franz Marc, Wassily Kandinsky oder anderer Künstler.

 

Als Fazit muss ich sagen, dass ich nicht gedacht hätte, so viel für mich Interessantes zu finden. Ich dachte, ich wäre nach nicht mal einer Stunde wieder draußen. In Wirklichkeit habe ich dort den ganzen Nachmittag (trotz des Sonnenscheins) verbracht. Die verschachtelten Räume und die moderne Architektur des Gebäudes unterstützen noch die ausgestellte Kunst.

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