Das Museum Brandhorst

Für heute war eigentlich nicht so tolles Wetter vorhergesagt, daher habe ich einen Besuch im Museum Brandhorst eingeplant um mal wieder etwas für die Bildung zu tun. Das Wetter war natürlich bestens, aber ich war trotzdem im Museum Brandhorst. Wenigstens war ich dann anschließend zu Fuss unterwegs und konnte noch die Sonne genießen.

Da mich ja die Pinakothek der Moderne positiv überrascht hat, war ich natürlich gespannt, was denn das Museum Brandhorst so an moderner Kunst zu bieten hat. Auch hier war wieder einiges dabei, was mir wirklich gut gefallen hat. Allerdings muss ich jetzt endlich mal was loswerden. Mit Joseph Beuys kann ich überhaupt nichts anfangen. Das war schon in der Pinakothek der Moderne so und auch die „Dumme Kiste“ im Museum Brandhorst hat mich nicht gerade überzeugt. Irgendwelchen Krempel hinzulegen oder zu stellen und das dann Kunst zu nennen, da komme ich nicht mit. Ich denke, dass ich schon etwas Verständnis für Kunst habe und es muss nicht Albrecht Dürer sein, aber das sieht manchmal aus wie beim Sperrmüll. Bei Andy Warhol bin ich mir noch nicht sicher. Einige Bilder sind nur hingemalte farbige Eier oder Kreuze, die ich jetzt nicht so toll finde. Andere Bilder von ihm sind aber wirklich gut.

Aber es gibt natürlich Werke von vielen anderen Künstlern zu sehen. Sehr gefallen hat mir die Vitrine aus rostfreiem Stahl von Damien Hirst mit den ganzen Pillen und Tabletten aus Glas, bemalter Bronze, Kunstharz und Gips. Im Obergeschoss ist ein ganzer Saal mit Bildern von Cy Twombly. Ich finde, dass der ganze Saal ein beeindruckendes Kunstwerk darstellt. Man sollte nicht vergessen durch den Saal zu gehen, da sich dahinter eine Lounge mit gemütlichen Sesseln befindet, in der man sich prima ausruhen und dabei auf die Alte Pinakothek blicken kann.

Die Skulpturen von Cy Twombly haben mir fast am Besten gefallen. Das Highlight war für mich aber die 9-Kanal-Video-Installation „Ten Thousand Waves“ von Isaac Julien im Untergeschoss. Es ist ein Raum, der ganz in schwarz gehalten ist. Darin sind 9 transparente Projektionsleinwände, auf die das Videobild projiziert wird. Dazu der 9.2 Surround-Sound.

Leider konnte ich keine Fotos machen, da es zu dunkel war. Isaac Julien arbeitet darin mit der chinesischen Legende über die Göttin Mazu. Diese geleitet auf hoher See in Gefahr geratene Seeleute ans sichere Ufer. Er versetzt die Gestalt, die von Maggie Cheung dargestellt wird, aber in das heutige China. Dazu kommt noch eine zweite Handlung über 23 Chinesen, die illegal in England lebten und dort beim Muschelsammeln umkamen, da sie die Gezeiten im Atlantik nicht richtig kannten und bei einer Springflut ertranken. Dazu gibt es noch einen dritten Handlungsstrang. Die Sequenzen werden verdoppelt bzw. vervielfacht und abwechselnd oder gleichzeitig auf mehrere Leinwände projiziert. Dies gibt zusammen mit dem Surround-Sound eine einzigartige Atmosphäre. In dem Raum sind Sitzgelegenheiten, die man unbedingt benutzen sollte.

Ten Thousand Waves sollte man nicht versäumen. Der Eintritt am Sonntag beträgt nur 1 Euro. Da kann man sich das auch ansehen, wenn man sich nicht sicher ist, ob einem so etwas gefällt. Anschließend gibt es immer noch die Möglichkeit im Café Gaeta etwas zu trinken. Bei schönem Wetter kann man auch außen sitzen.


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