Meine Erfahrungen mit dem Kindle

Seit kurzem habe ich mir einen Kindle zugelegt. Jetzt habe ich auch bereits einige Bücher damit gelesen und daher ist es Zeit, meine Erfahrungen mit dem eBook-Reader von Amazon zu beschreiben.

Als grundsätzliches Fazit kann ich sagen, dass ich vom Kindle begeistert bin. Einige Punkte sind mir allerdings aufgefallen, die ich hier aufführen möchte. Einiges davon wird sich in nächster Zukunft bestimmt erledigen.

Der Kindle macht wirklich Spaß und man kann auch hervorragend bei direkter Sonneneinstrahlung auf dem Balkon lesen. Der Bildschirm ist nicht reinweiß, sondern leicht grau. Dadurch ist man bei Sonne nicht so stark geblendet. Die Lesefläche erinnert eher an helles Recycling-Papier, was ich als Vorteil empfinde. Von der Schriftqualität finde ich ihn im direkten Vergleich mit einem Sony PRS-350 im Buchladen sogar etwas besser. Das ist natürlich meine subjektive Meinung. Der Reader ist vom Gewicht her ideal um auch im Bett bequem lesen zu können. Ich habe ihn am Anfang einmal aufgeladen und habe jetzt schon fast drei Bücher komplett durchgelesen. Der Akku ist noch zu 3/4 voll.

Die Menüs vom Kindle sind noch in englischer Sprache. Das wusste ich natürlich beim Kauf und ich kann damit leben. Allerdings dürfte es doch wohl kein Problem darstellen, in Kürze ein Firmware-Update herauszubringen, dass ein Umschalten der Menüs auf Deutsch möglich macht. Deutschsprachige Bücher selbst lassen sich selbstverständlich jetzt schon problemlos darstellen. Die QWERTY-Tastatur kann meiner Meinung nach bleiben, da ich nicht groß vorhabe, Texte damit einzugeben. Dazu ist sie zu fummelig und auch nicht gedacht.

Ich habe mich für die Variante nur mit WLAN entschieden. Das ist zwar schon ausreichend. Trotzdem wünsche ich mir, ich hätte mich für die 50 € teurere 3G Variante entschieden. Hier könnte ich auch unterwegs schnell Bücher kaufen. Ein Mobilfunkvertrag ist nicht nötig, da die Kosten hierfür mit dem höheren Kaufpreis abgegolten sind. Wie gesagt, die WLAN Version reicht grundsätzlich aus. Man muss halt vorher wissen, wieviel Bücher man sich auf den Kindle laden soll oder man sucht sich unterwegs ein WLAN. Mit der 3G-Variante könnte man fast überall spontan sich Bücher ansehen und kaufen. Keine Große Sache, aber man sollte sich überlegen, ob einem die 50€ das Wert sind. Ich fände es interessant, in Buchläden herumzusuchen und zu wissen, dass man sich die Bücher draußen auf der Straße kaufen und gleich auf den Kindle laden könnte.
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Als Hülle habe ich mich zunächst für die Variante ohne Leselampe entschieden, da mir die Hülle mit Lampe für 60 € zu teuer erschien. Ich habe mir statt dessen zusätzlich eine billige Leselampe gekauft. Ich musste aber sofort feststellen, dass es sehr schwer ist, die Lampe an der Kindle-Hülle festzuklemmen. Auch flackert das Licht leider. Ich habe mir daher jetzt doch noch die Hülle mit Lampe gekauft. Das ist sehr gut gelöst, da der Strom für das Licht vom Kindle-Akku kommt. Der Kindle ist über die Halterung in der Hülle gleichzeitig mit den sparsamen LEDs der Leselampe verbunden. Der Kindle muss dazu an sein und die Lampe muss ausgefahren sein. Dann leuchtet sie einwandfrei. Ansonsten verschwindet die Lesehilfe unsichtbar in der Hülle. Der Akku hält dann natürlich nicht mehr so lange. Ist aber wesentlich besser, als die Fummelei mit extra Leselampe, die ich dann auch irgendwo verstauen muss. Wenn ich über eine Woche lang ein paar Stunden lese, davon eine Stunde täglich mit Licht, ist der Akku vom Kindle trotzdem nur etwa zur Hälfte entladen. Da erscheinen die 60 € gleich nicht mehr so teuer. Dafür habe ich jetzt eine gebrauchte Kindle-Hülle ohne Licht zu verkaufen.
Hüllen mit Licht

Das Angebot an deutschsprachigen Büchern ist jetzt noch nicht so überragend. Wenn man Bücher sucht, landet man auch gleich Treffer bei den englischen Ausgaben. Hier muss man genau hinschauen. Hier sollte Amazon besser trennen. Ich denke aber, dass dieses Manko bald behoben ist, da sicher mehr Bücher erscheinen. Sehr schlecht finde ich, dass ich beim Aufruf des Kindle-Stores auf dem Kindle selbst, bei den Büchern in der Übersicht keine Preise sehen kann. Erst wenn ich das Buch anwähle, sehe ich die Kosten hierfür. Das ist nicht sehr übersichtlich. Wenn es beispielsweise mehrere Ausgaben desselben Buchs gibt, muss ich jedes auf dem Kindle einzeln anklicken und mir die Preise merken, um sie zu vergleichen. Durch die 1-Click-Funktion kann ich die Bücher sofort ohne große Nachfrage kaufen. Unter Umständen macht man dann große Augen. Hat man sich mal verklickt, gibt es allerdings die Möglichkeit den Kauf auch wieder rückgängig zu machen.

Der Kindle hat eine Text to speech Funktion. Diese kann einen (allerdings nur englische) Bücher vorlesen, sofern es vom Buch selbst unterstützt wird. Diese Sprachfunktion hat eine erstaunlich gute Qualität. Allerdings nutze ich das selbst nicht wirklich.

Die Bedienungsanleitung für den Kindle (auf dem Kindle selbst) ist ziemlich lückenhaft. Ich habe die auf dem Kindle enthaltenen Spiele zum Beispiel noch nicht gefunden. Die brauche ich zwar auch nicht, aber das zeigt nur, wie schlecht die Anleitung ist. Im Kindle-Store gibt es ein sehr günstiges deutsches Buch mit Tipps und Tricks. Das sollte man sich gönnen. Man erfährt etwas mehr. Allerdings kommt einen dieses Buch auch eher wie die Sammlung von Forenbeiträgen oder Blogeinträgen aus dem Internet vor. Man spart so, sich diese selbst zusammenzusuchen. Also durchaus empfehlenswert, trotz des nicht so großen Informationsumfangs.
Amazon Kindle 3 – Erste Schritte, Tipps & Tricks – Auf Deutsch

Als Gimmick könnte man zu Ende gelesene Bücher automatisch auf Twitter posten lassen. Diese Funktion wird auch am Buchende angezeigt. Allerdings lässt sich Twitter nicht einrichten, da das in Deutschland noch nicht freigeschaltet wurde. Hier hoffe ich, dass dies bald geschieht. Diese Funktion ist zwar nicht lebensnotwendig, aber doch ganz nett.

Ich kann den Kindle also sehr empfehlen. Die genannten Einschränkungen sollten allerdings sehr bald behoben werden. Ich möchte meinen Kindle jedenfalls nicht mehr hergeben. Es ist sehr schön, wenn man eine ganze Bibliothek in der Tasche mit herumtragen kann.

Man sollte regelmäßig einen Blick auf das deutsche Kindle-Blog von Amazon werfen. Dort erhält man außer Buchrezensionen auch Informationen zum Kindle in Deutschland.

3 Antworten auf „Meine Erfahrungen mit dem Kindle“

  1. Hey, sehr schöner Bericht! Freut mich, dass Du so viel Spaß damit hast.
    Der Kindle ist wirklich ein tolles Gerät und ich lese auch super gerne auf ihm. Benutze die Twitter-Funktion sehr häufig bei meinem e-Reader und will ihn sowieso gar nicht mehr aus der Hand legen 🙂

  2. Ja die Hülle steht noch zum Verkauf. Bei Interesse E-Mail an webmaster (at) birdflymedia (dot)de.

  3. Hi, zuerst vielen Dank für Ihren Bericht. Sie haben erwähnt, dass Sie eine Hülle zum Verkaufen haben. Ist sie noch zu haben?

    Viele Grüße
    Nguyen

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