Bayerisches Nationalmuseum

Heute war ich im Bayerischen Nationalmuseum. Leider muss ich sagen, dass ich ziemlich enttäuscht war. Zum Glück kostete der Sonntagseintritt nur 1 EUR. Zuerst ist es schon schwierig, überhaupt die Ausstellungsräume zu finden. Der Museumsshop und das Restaurant sind mehrfach und deutlich angeschrieben. Aber wo es zu den Ausstellungsstücken geht, kann man nur erahnen. Die Aufseher waren auch keine Hilfe.

Bayerisches Nationalmuseum
Bayerisches Nationalmuseum

Der Rundgang beginnt mit sehr viel sakraler Kunst. Diese ist jetzt sowieso nicht so meins. Nach dem dritten Reliquienschrein oder der fünften Darstellung der Jungfrau Maria, hat es mir dann schon fast gereicht. Aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung.

Wenn man lange genug durchhält, bekommt man immerhin noch einiges zu sehen. Eine Zunftstube der Weber aus Augsburg oder Ritterrüstungen. Grabplatten oder Skulpturen. Ein Highlight – die hölzernen Stadtmodelle. Hier sind dann doch noch einige Schätze zu finden.

Alles in allem ist die Präsentation der Ausstellungsstücke meiner Meinung nach veraltet. In so einem verwinkeltem Gebäude, ist es klar, dass man nicht immer genau weiß, wie es jetzt weitergeht. (In der Alten Pinakothek muss man auch manchmal etwas nach dem richtigen Weg suchen.) Da sind dann Schilder mit der Aufschrift „Rundgang“ sehr hilfreich. Das Nationalmuseum hat solche Schilder löblicherweise aufgestellt. Nur stehen diese Schilder leider meistens an Stellen, an denen es sowieso klar ist, wie der Rundgang verläuft. Wenn ich jedoch in Räume gekommen bin, in denen drei Türen zum weitergehen da waren, dann haben derartige Schilder immer gefehlt. Die Aufseher waren auch keine Hilfe, diese haben eigentlich grundsätzlich immer den Raum verlassen, sobald Besucher da waren.

Ein weiterer Punkt ist die Beschriftung der Stücke. Nicht alle sind mit Tafeln beschriftet. Auch wenn ich etwas Eigeninitiative erwarten kann, ist es aber heutzutage einfach nicht mehr üblich, dass ich beim Eintreten in einen Ausstellungssaal, mir die passende Papptafel unter zehn verschiedenen aus einem Holzgestell neben der Türe suchen muss, durch die ich eintrete. Die Stücke selbst sind nur mit Nummern beschriftet. Die Beschreibung ist dann auf der Papptafel. Dumm nur, dass nicht alle Stücke überhaupt Nummern haben. Nachdem man mit dem Raum fertig ist, muss man erst wieder zurückgehen und die Tafel in das Gestell zurückstecken.

Ich empfehle einen Blick auf das Völkerkundemuseum. Hier werden die Stücke zeitgemäß und modern präsentiert. Und damit meine ich nicht den Einsatz von Bildschirmen oder Musik, sondern eine ansprechende Gestaltung von Vitrinen und Räumen. Auch sollte man sich die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals des Völkerkundemuseums als Vorbild nehmen. Zum Schluss noch etwas zur Homepage des Bayerischen Nationalmuseums. Selten eine so unstrukturierte und unübersichtliche Seite gesehen. Eintrittspreise, Öffnungszeiten, Anfahrt – so etwas muss man mit wenigen Mausklicks finden können.

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