BlackBerry-Test Teil II

Hier noch einige Funktionen des BlackBerrys, die ich getestet habe. Alles in allem hat mich das User-Interface/die Bedienung des Smartphones aber nicht überzeugt. Da ist mittlerweile einfach der Touchscreen Standard und die Bedienung mittels Trackpad finde ich sehr gewöhnungsbedürftig. Ich springe in Menüs immer wieder über die gewünschte Option und kann diese nur umständlich auswählen. Auch die umständliche Eingabe von Umlauten führt immer wieder dazu, dass ich die mir die gleich ganz schenke und auf „ae oe ue“ ausweiche. Die Tastatur selbst ist aber nicht schlecht. Besser als mit der Tastatur auf dem Touchscreen beim iPhone. Dumm finde ich nur, dass ich die Telefonnummern ebenfalls über diese kleinen Tasten eingeben muss. Beim Pre hat man ja auf dem Bildschirm eine extra Wähltastatur. Aber hier geht das natürlich nicht.

RIM hat hier einfach die Entwicklung verschlafen. Der Eindruck der Billig-Alternative wie im Artikel von Heise erwähnt, drängt sich mir auf.

Ich habe jetzt noch einige Funktionen getestet. Der Messenger war ja früher das Aushängeschild der BlackBerrys. Jetzt sind es auch nur Funktionen, die jedes soziale Netzwerk mit ensprechenden Apps bietet. Die sichere Verbindung der BBs wurde ja auch schon aufgeweicht.

Beim Stichwort App sind wir schon beim nächsten Punkt. Hier ist kaum Auswahl. Diese ist noch geringer als bei WebOS. Einer der Punkte, die mich auch beim Pre gestört haben.

Die im BB eingebaute Kamera ist nicht überragend. Für Schnappschüsse reicht sie jedoch aus. Ist allerdings von der Auflösung her nicht zeitgemäß. Allerdings stört mich das nicht wirklich, da ich ein Handy nicht als Kamera sehe.

Das eine Foto wurde in der U-Bahn aufgenommen. Man sieht deutlich das starke Rauschen, dass aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse entsteht. Das andere wurde bei strahlendem Sonnenschein im Freien aufgenommen.

Auf den Kalender war ich sehr gespannt. Ich musste allerdings feststellen, dass es beim BB Curve 8520 nicht möglich ist, einen Online-Kalender zu nutzen. Ich finde es sehr gut, die Kalender über das Internet synchron zu halten. So habe ich auf dem Geschäfts-PC, Privat-PC und Smartphone alle Termine aktuell. Eine Synchronisation über USB-Kabel und Software ist ein Rückschritt. Es war nicht möglich z. B.den Google-Kalender einzurichten. So ist die Kalenderfunktion des Handys für mich nutzlos.

Musik lässt sich ganz einfach auf das BlackBerry ziehen, wenn man es per USB am Computer anschließt. Es verhält sich wie ein normaler Massenspeicher. Einfach die MP3-Datei in den Unterordner „music“ ziehen und schon geht es los. Über Lautsprecher klingt die Musik wie üblich sehr blechern. Das ist allerdings bei allen Handys so, die ich kenne. Also kein Minuspunkt – dazu hat man ja ein Headset. Die Funktionstasten auf der Oberseite des Handys (Play/Pause/Fwd/Rwd) lassen sich nur sehr schwer drücken. Dadurch soll wohl vermieden werden, dass sie versehentlich gedrückt werden. Beim Betätigen der Lautstärketasten an der Seite hängt sich das Smartphone bei mir für 1-2 Sekunden auf. Keine Ahnung, ob das normal ist. Die Lautstärketasten lassen sich ebenfalls auch sehr schwer drücken. Ansonsten kann man problemlos Musik hören.

Zu der Kartenfunktion habe ich schon etwas geschrieben. Der Standort wird mit großer Abweichung ermittelt. Das verwendete Blackberry-Kartenmaterial kommt bezüglich der enthaltenen Informationen auch nicht an Google-Maps ran. Aufgrund der Abweichung zum tatsächlichen Standort, ist die Navigationsfunktion auch nur eingeschränkt nutzbar.

Ich habe es nicht geschafft, eine Bluetooth-Verbindung zu anderen Handys einzurichten. Hier schlägt die Übertragung immer fehl.

Als Fazit muss ich sagen, dass ich vom BlackBerry etwas enttäuscht bin. Es ist zwar ein günstiges Smartphone mit einer wirklich langen Akkulaufzeit. Allein vom Funktionsumfang und von der Bedienung würde ich dieses Gerät jedoch niemanden in meinem Bekanntenkreis empfehlen. Hier sollte man sich überlegen, doch mehr Geld auszugeben und dafür aber auch ein Gerät mit umfangreicheren Funktionen und Apps zu haben. Es muss kein iPhone sein. Das erste Galaxy S kostet unter 300 EUR. Auch die LG Optimus Handys beginnen in dieser Preisklasse. Oder man wählt Geräte von HTC, die dann allerdings schon darüber liegen. Alles immer noch billiger als ein iPhone mit 600 EUR.

Wer ausschließlich ein gutes Telefon haben will, benötigt überhaupt kein Smartphone. Aber das ist ja wohl ein anderes Thema.

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