Battlefield 3 der Singleplayer

Zum etwas holprig gestarteten Multiplayer habe ich ja schon meinen Senf dazugegeben. Der ist noch nicht so ganz das Wahre. Der Singleplayer spielt sich dafür aber sehr gut. Ich finde ihn recht abwechslungsreich und ziemlich knackig. Die Geschichte wird ähnlich wie bei CoD:Black Ops bei einem Verhör im Rückblick erzählt. Das Ende ist aber nicht so spektakulär wie bei Black Ops.

Man kämpft als Waffenoffizier in einem Jet und schießt die Gegner ab. Man fährt im Panzer und bekämpft Feinde. Man steht am MG im Transporter oder hält als Infanterist die anstürmenden Horden ab. Aber halt – anstürmende Horden wie bei Modern Warfare 2 gibt es hier nicht. Ich finde es sehr erfrischend, dass nicht hinter jeder eingetretenen Türe gleich 10 Gegner warten. Man kann in dunklen Büroräumen auch mal an Räumen vorbeigehen ohne gleich Angst haben zu müssen, man wird von hinten angegriffen. Dafür kommen dann die Schauplätze mit Action viel intensiver rüber. Ich finde es einen sehr guten Mix aus ruhigen Stellen, an denen man z. B. nur irgendwelche Vögel und den Wind in den Bäumen hört und dann geht es plötzlich ab. Sehr schön auch die Abschnitte, in denen man zu zweit als Sniper durch die Stadt schleicht und einem Trupp den Weg freihalten muss. Es wird aber nie öde, da man auch hier ständig mit Überraschungen vor Ort rechnen muss. Es sind einige sehr eindringliche Stellen zu finden, an denen sich einem wirklich die Nackenhaare aufstellen.

Die Gegner kommen auch nicht in den von CoD bekannten Wellen daher. Sehr überzeugender Ablauf. Die KI ist nach meinen Eindrücken auch einigermaßen intelligent. Die eigenen Leute machen ihre Arbeit meistens recht ordentlich. Nur manchmal laufen sie einem in das Feuer oder schieben einen zur Seite. Es kommt dann die Warnung „Teambeschuss wird nicht toleriert“ aber es geht weiter. Die Bewegungen sind super animiert. Wenn man über eine kleine Mauer springt, dann sieht man wirklich seine eigenen Beine. Alles wirkt sehr natürlich.

Das Spiel läuft bei mir auch ohne Freezes (wie im Multiplayer). Einige Male muss man sich mit den Fäusten wehren und z. B. einen Gegner vor die einfahrende Metro werfen – oder man landet selbst dort. Diese Abschnitte erinnern etwas an die Konsolenversionen, weil man zum richtigen Zeitpunkt verschiedene Tasten (meistens E, Leertaste und linke oder rechte Maustaste) drücken muss. Nicht unbedingt so meine Sache, allerdings ist es weit davon entfernt, immer auf eine Taste hämmern oder abwechselnd die linke oder rechte Maustaste drücken zu müssen, wie man das von manchen Konsolenumsetzungen gewöhnt ist. Ein einmaliger Druck reicht meistens.

Noch ein Wort zu den Tastenbelegungen. Es wird immer angezeigt, wenn man eine spezielle Taste drücken muss. Ich habe die Tastenbelegung aber total umgestaltet und die Anzeige im Spiel funktioniert daher nicht richtig. Entweder werden Tasten angezeigt, die nicht mal in der Tastenbelegung auftauchen oder es wird überhaupt keine Taste angezeigt. Also z. B. nur der Text „drücke um einzugsteigen“. Wobei eben nicht dasteht, welche Taste denn nun gemeint ist.

Hier ist also auch noch einiges zu tun. Die langen Ladezeiten sind wie im Multiplayer etwas ärgerlich. Wenn man mal draufgeht, dauert es zum Glück nicht allzulange, es wird aber trotzdem erstmal in aller Ruhe gespeichert. Dabei vergeht einige Zeit.

Update: Ich bin jetzt durch und muss sagen, dass es am Ende doch mit dieser Tastendrückerei ein bisschen nervig geworden ist. Das hat da dann etwas überhand genommen.

Auf der Fahrt mit der U-Bahn zum Showdown (Mission „Der große Zerstörer“) bin ich immer an der Stelle hängen geblieben, an der man durch das Fenster nach draußen springen muss. Ich konnte dann nie zum anderen Waggon hinüberspringen. Das Rätsels Lösung: offenbar ein Bug in der Tastenbelegung. Dieser betrifft alle, die die Springen-Taste nicht auf der Leertaste haben (also z. B. mich). Nur an dieser Stelle wird eine andere Taste als die Leertaste nicht akzeptiert. Also vorher schnell umbelegen und es wird funktionieren. Nach dieser Stelle kann das dann wieder rückgängig gemacht werden.

Wer es übrigens nicht wieder zurück in den Waggon schafft, sobald „Leertaste“ auftaucht, der muss nur wie wild auf die Leertaste einhämmern. Ein einmaliges Drücken wie an diversen anderen Stellen nützt hier nichts. Das kommt später auch nochmal vor.

Der Faustkampf am Schluss besteht dann nur noch darin, zur richtigen Zeit die jeweils eingeblendete Taste zu drücken. Das geht dann eine ganze Weile so und da muss ich sagen, hier wurde es mir dann doch etwas zu viel. Es ist sehr nervig, wenn man zu spät drückt oder eine falsche Taste erwischt. Dann muss man den letzten Teil nochmal wiederholen. Sowas ist doof und nervt nur. Auch dieses wilde Herumdrücken auf der Leertaste fällt darunter. (Es kommt zum Glück nur zweimal vor.)

Das hat mir dann das Ende von Battlefield 3 etwas vermiest. Irgendwie hat da der Hammer am Schluss gefehlt. Man hätte sich hier von der CoD-Reihe dann doch etwas abschauen können.

Alles in allem ist der Singleplayer aber trotzdem sehr abwechslungsreich und von der Stimmung her wirklich super. Der Sound ist auch umwerfend. Dafür hat es sich schon mal gelohnt. Wenn der Multiplayer auch noch was wird, dann wäre ich wirklich von Battlefield 3 überzeugt.

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