Neapel und der Süden

Schwarzweißaufnahmen haben mich schon immer fasziniert. Als Jugendlicher hatte ich mir eine Dunkelkammer eingerichtet und vergrößerte meine Schwarzweißnegative selbst. Aus diesem Grund hat mich die derzeitige Ausstellung „Neapel und der Süden – Fotografien 1846 – 1900“ in der Neuen Pinakothek sofort interessiert.

Gestern war ich also dort. Der Sonntagseintritt von 1 EUR gilt auch für diese Ausstellung. Die Fotografien sind im Untergeschoss der Pinakothek zu sehen. Direkt gegenüber der Kassen, dort wo es auch zur Garderobe geht.

Giorgio Sommer Makkaroniesser, um 1865
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Im 19. Jahrhundert war der Süden Italiens ein beliebtes Reiseziel. Die Reisefotografie erlebte einen Aufschwung.

Die Ausstellung bietet einen Überblick die klassischen Themen der frühen Reisefotografie des 19. Jahrhunderts.

Die Schwerpunkte liegen bei Neapel und seiner Umgebung, dem Vesuv und der archäologischen Stätte Pompeji, sowie bei Sizilien. Es werden klassische Landschaften, sowie Genre- und Alltagsszenen gezeigt. Hier fällt vor allem die idealisierende Darstellung der Einwohner auf, die bisweilen den überheblichen Blick der Reisenden nicht verleugnen kann. Ein Beispiel sind die in der obigen Fotografie gezeigten Makkaroniesser. Ein weiteres Motiv ist die Darstellung des Dolce far niente oder auch von kindlichen Taschendieben.

Ein Highlight sind Serienaufnahmen des Vesuvausbruchs von 1872. Beklemmend sind die Fotografien der Abgüsse von Menschen, die beim Untergang Pompejis im Jahr 79 n. Chr. ums Leben gekommen sind und die bei den Ausgrabungen im 19. Jahrhundert gefunden wurden.

Man sollte auch auf keinen Fall die Ausstellungsstücke in den drei Vitrinen in der Mitte des Raumes übersehen. Da ich von den Fotografien sehr beeindruckt war, habe ich mir auch gleich im Museumsladen den Bildband für 39,80 EUR gegönnt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 26.02.2012 zu sehen.

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