Das Markgrafenmuseum in Ansbach

Diese Woche zur Abwechslung mal ein Museum in einer anderen Stadt. Ich war zu Besuch im Markgrafenmuseum in Ansbach. Das Museum selbst war für mich eine positive Überraschung. Für eine Stadt dieser Größe wird eine erstaunliche Anzahl von Ausstellungsstücken präsentiert und das Ganze auch noch auf moderne und ansprechende Weise auf einer großen Fläche.

Der Eintritt ist mit 2,50 EUR wirklich günstig. Das Museum ist täglich von 10 – 17 Uhr geöffnet. (Während der Wintermonate hat es montags aber geschlossen.) Das Museumspersonal ist sehr freundlich und hilfsbereit.

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Kaspar Hauser wird erwartungsgemäß äußerst ausführlich dargestellt und nimmt gleich mehrere Räume ein. Die Ausstellungsstücke werden sehr schön präsentiert. Hier wird mit Licht und modernen Vitrinen gearbeitet. Weiter geht es mit dem Mittelalter und der Markgrafenzeit. Es werden Audio- und Lichtinstallationen eingesetzt. Die Stücke sind in einer großen Anzahl von Räumen untergebracht. Diese sind ziemlich verschachtelt angeordnet. Es ist jedoch alles schön mit Wegweisern bestückt. So behält man den Überblick und verläuft sich nicht. Man sollte auch unbedingt in die Turmstube hinaufgehen. Da hat man einen Blick auf die Innenstadt von Ansbach.

Über einen Gang in der Stadtmauer geht es in das Nebengebäude. Hier habe ich zunächst die Sonderausstellung der Ansbacher Eisenbahnfreunde über das Bahnbetriebswerk in Ansbach besucht. Hier wird die Geschichte des BW Ansbach mit Hilfe von Bildern, Fotografien, Modellen und Gegenständen erzählt, die wirklich mit viel Liebe zum Detail präsentiert werden. An einigen wenigen Stellen war es allerdings meiner Meinung nach etwas zu viel Text. Trotzdem aber eine schöne Sonderausstellung des Vereins der Ansbacher Eisenbahnfreunde.

Die restlichen Stockwerke im Nebengebäude sind der Vor- und Frühgeschichte, den Ulanen und berühmten Ansbachern vorbehalten. Diese Räume fallen jedoch im Gegensatz zum bisher gesehenen deutlich ab. Die Stücke werden auf altmodische Weise in Vitrinen ausgestellt. Ein Großteil ist nicht einmal beschriftet. Man kann also nur raten, um was es sich genau handelt. Die Ulanen werden in einer Art Diorama eigentlich ganz ansprechend präsentiert. Hier ist allerdings überhaupt nichts erläutert. Weder etwas zur engen Verbundenheit der alten Garnisonsstadt Ansbach mit diesen Truppen, noch etwas zu den im Diorama gezeigten Uniformen oder der Fahne.

Die Erläuterung der wenigen beschrifteten Stücke im Bereich der Vor- und Frühgeschichte besteht aus vergilbten Zetteln, auf die mit Schreibmaschine ein ewig langer Text getippt wurde. Die Zettel sind meistens auch so weit entfernt, dass man keinerlei Lust verspürt, den Text mühsam zu entziffern. Von den Gemälden der berühmten Ansbacher ist ebenfalls nur ein kleiner Teil beschriftet. Bei den meisten war mir nicht klar, wer dargestellt wurde.

Man sollte die Konzeption des Nebengebäudes noch einmal überdenken und die Ausstellung überarbeiten. Die Stücke selbst wären es nämlich wert. Wo wir schon einmal beim Überarbeiten sind. Auch der Internetauftritt des Museums ist verbesserungsbedürftig. Es gibt nur eine statische Seite im Internetangebot der Stadt Ansbach. Darin finden sich zwar Angaben zu den Öffnungszeiten oder Eintrittspreisen. Hier ist man heutzutage aber mehr gewohnt. Ein Lageplan fehlt. Das wäre sicherlich eine Hilfe für Touristen. Angaben zu aktuellen Ausstellungen und generell mehr über die einzelnen Abteilungen. Dabei auch nicht nur briefmarkengroße Fotos von einem Raum, sondern gute Fotos von Glanzstücken, vielleicht auch Panoramaaufnahmen von ausgewählten Räumen oder sogar virtuelle Rundgänge durch das Museum.

Als Fazit kann ich jedoch das Markgrafenmuseum in Ansbach wirklich empfehlen. Den Eintrittspreis ist es auf jeden Fall wert.

2 Antworten auf „Das Markgrafenmuseum in Ansbach“

  1. Echt? Aber warum haben die keinen gefragt, der sich damit auskennt 😉
    Aber mal im Ernst. Gute Arbeit, bin beeindruckt – Respekt!

  2. Sehr schöner bericht!!! Und wer hat die belobte beleuchtung der vitrinen eingebaut und verdrahtet?! Rate mal

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