George Stubbs in der Neuen Pinakothek

Ich bin in die Neue Pinakothek mit der Erwartung gegangen, dass es bei der Ausstellung der Werke von George Stubbs um Bilder von Jagden, Pferderennen und sonstigen Beschäftigungen des englischen Adels geht.

In Wirklichkeit war ich dann positiv überrascht über den Ansatz von Stubbs, der „Science into Art“ lautet. Ein sehr schöner wissenschaftlicher Ansatz. Stubbs hat anatomische Zeichnungen von Pferden geschaffen. Diese gehen über reine wissenschaftliche Studien hinaus. Die Pferde werden auch auf natürliche Weise und in natürlichen Posen dargestellt und behalten so ihre Anmut und Eleganz. Trotzdem erkennt man auf den Zeichnungen Muskeln, Bänder, Skelett der Pferde. Stubbs hat eigens mehrere tote Pferde seziert um an die Informationen zu kommen, die er für seine Werke benötigte.

Die Ausstellung wird ergänzt um weitere Werke, die Reitpferde, Jagdhunde und allerlei für die damalige Zeit exotische Tiere wie Löwen, Zebras, Nilpferde zeigen. Daneben finden sich Radierungen und Stiche auf Basis dieser Gemälde. Die Ausstellungsstücke sind nicht nur von Stubbs, sondern auch von anderen englischen Malern.

Nach all dieser englischen Genremalerei war ich dann aber froh, die weiteren Räume der Neuen Pinakothek zu durchstreifen um zu sehen, ob Bilder ausgestellt wurden, die ich noch nicht kenne. Es geht doch nichts über die farbenfrohe Leichtigkeit der französischen Maler. Dabei stellte ich auch fest, dass Raum 14 mein Lieblingsort in der Pinakothek ist. Ein kurzer Abstecher in das Untergeschoss zur Ausstellung „Neapel und der Süden“ war auch noch drin.

Der Sonntagseintritt kostete übrigens 4 EUR. Der Andrang war außergewöhnlich stark, was wohl der Ausstellung der Bilder von Stubbs geschuldet war. Die Werke sind noch bis zum 06.05.2012 zu sehen.

Nicht, dass es in der Neuen Pinakothek jemals leer ist. Es war aber schon außergewöhnlich viel los. Sehr schön, dass sich die Leute für Kunst interessieren.

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