Eve Arnold Hommage

Bis 03.06.2012 findet im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern eine Ausstellung mit Fotografien von Eve Arnold statt. Der Eintritt ist frei. Die Aufnahmen werden an schlicht weißen Wänden präsentiert. Sie sind nummeriert um sie den Bildkommentaren im dort ausliegenden Flyer zuordnen zu können.

Die Aufnahmen von Marilyn Monroe, Anthony Quinn, Clark Gable oder James Stewart, für die Eve Arnold besonders bekannt ist, habe mir persönlich jedoch nicht so gefallen. Viel interessanter sind die Aufnahmen aus Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Afghanistan. Die dort fotografierten Menschen haben mich mehr beeindruckt als irgendwelche künstlichen Filmstars und Models. Wobei ich allerdings sagen muss, dass eine Aufnahme von Marilyn Monroe, bei der diese einen schwierigen Text einstudiert oder eine Aufnahme von Marlene Dietrich, die während einer Pause bei Tonaufnahmen entstanden sind, auch eher die wirkliche Person zeigen zu scheinen. Trotzdem sind die Aufnahmen aus Indien, aus China und Lhasa oder Südafrika beeindruckender.

Die besten Aufnahmen stammen meiner Meinung nach von einer Modenschau in Harlem aus dem Jahr 1950. Dabei ist auch das Faksimile einer Ausgabe der Picture Post vom 25.03.1950 mit Aufnahmen von Eve Arnold und einem begleitenden Text. Eve Arnold hatte sich sehr geärgert, dass die Bildunterschriften ohne Rücksprache verworfen und durch sehr abwertende Texte ersetzt wurden. Hier kommt sehr oft das Wort „Negroes“ vor. Bei einigen dieser Bildunterschriften musste ich schon sehr schlucken. Es handelt sich wohlgemerkt nicht um ein Hasspamphlet, sondern um einen eigentlich eher positiv gemeinten Artikel in einer Zeitschrift.

Die Modenschauen, bei denen selbstgenähte Kleider von Frauen vorgestellt wurden, bildeten die Vorläufer der Emanzipationsbewegung. In der Zeitschrift ist der Satz enthalten, dass es ja für Weiße seltsam erscheinen mag, wenn – und hier kommt wieder das Wort „Negroes“ vor, es hier um selbst gemachte Kleidungsstücke geht. Sollen die wohl lieber in in Säcken oder in Ketten herumlaufen? Man kann nur den Kopf schütteln, wie selbstverständlich und unbedarft man zu dieser Zeit mit rassistischen Stereotypen um sich werfen konnte.

Die Ausstellung ist auf jeden Fall zu empfehlen. Sie ist täglich von 9.00 – 19.00 Uhr (außer an Feiertagen) geöffnet. Man erreicht sie mit der U4/U5 (Station Level) oder mit der Tram 19 (Haltestelle Maxmonument).

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