Braucht’s des?! im Literaturhaus

Im Literaturhaus München findet noch bis 15.07.2012 die Ausstellung „Braucht’s des?!“ statt. Es ist die Ausstellung zum 70. Geburtstag von Gerhard Polt.

Der Eintritt kostet 5 EUR. Im Preis enthalten ist ein Audio-Guide, der auch unbedingt nötig ist, um in der Ausstellung überhaupt etwas mitzubekommen. Die meisten Ausstellungsstücke sind nämlich Ausschnitte aus seinen Filmen, seinen Bühnenprogrammen und aufgenommene Interviews.

Bei mir hat es erst beim zweiten Anlauf geklappt. Beim ersten Besuch waren sämtliche Audioguides vergriffen bzw. nicht aufgeladen. Ohne Audioguide kann man mit der Ausstellung aber überhaupt nichts anfangen. Man tippt beim jeweiligen Ausstellungsstück die angegebene Nummer ein und drückt auf „Play“. Anschließend hält man den Guide noch kurz an den Aufkleber mit der Nummer. Ein direkter Kontakt ist aber nicht nötig. Erst dann spielt der Guide etwas ab. Wenn es nicht gleich klappt, dann das Gerät einfach länger an den Aufkleber halten. Ich hatte da anfangs Probleme und war nicht der Einzige.

Von der Ausstellung selbst war ich leider etwas enttäuscht. Es ist einfach ein langgezogener Raum, in dessen Mitte ein langer Tisch verläuft, auf dem einige wenige Stücke, wie Briefe, Zeitungsausschnitte oder Fotos angebracht sind. Dazu noch Monitore, auf denen Gerhard Polt in gewohnter Art über die verschiedensten Dinge sinniert. Zu jedem dieser Einspieler wurde auch stets die Länge angegeben. Sehr vorbildlich, da auch Videos mit über 30 Minuten Länge dabei waren.

An den Wänden des Raumes sind über den Köpfen der Besucher Leinwände angebracht, auf denen Ausschnitte aus seinen Filmen, Bühnenprogrammen oder Interviews abgespielt werden. Ich mag Gerhard Polt als Satiriker, der den Menschen den Spiegel vorhält. Davon kam aber in der Ausstellung bei mir leider nicht so viel an.

Nur an ganz wenigen Stellen hatte ich genau dieses Erlebnis. So z. B. die Beschwerdebriefe zu seinem Film „Man spricht Deutsh„, in dem sich Leute über die Rufschädigung an der im Film genannten italienischen Stadt beklagten oder die Zeitungsausschnitte und das dazu passende Interview zum Auftritt in der DDR in den Achtzigerjahren.

Auch einige der auf den Leinwänden gezeigten Filme waren Sachen, die man sich gerne wieder angesehen hat. Allerdings waren die Ausschnitte oft sehr lang und pro Leinwand wurden mehrere verschiedene Sachen hintereinander gezeigt. Es standen zwar ein paar Stühle herum. Durch den langgezogenen Raum war es aber etwas ungemütlich, sich sämtliche Szenen in voller Länge anzuschauen und ständig nach oben zu starren. Immer wieder musste man aufpassen, nicht anderen Leuten die Sicht zu versperren oder aufpassen, dass nicht andere Leute sich vor einen hinstellen und die Ausstellungsstücke auf dem Tisch betrachten.

Mich hat das Konzept leider nicht so überzeugt. Zum Schluss war mir das einfach zu viel  Video. Dazu hätte ich nicht in eine Ausstellung gehen müssen. Das hätte ich mir lieber zu Hause in Ruhe am Fernseher angesehen. Ich hatte am Ende überhaupt keine Motivation mehr, mich damit zu beschäftigen und war ehrlich gesagt froh, als ich nach etwas über einer Stunde wieder im Freien war.

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