Das Buch „Sitzen vier Polen im Auto“

Durch das Ortsgespräch in Holgis Wrintheit bin ich auf das Buch „Sitzen vier Polen im Auto – Teutonische Abenteuer“ von Alexandra Tobor gestoßen.

Zuerst habe ich die Gastsendung in der Wrintheit „Das Goldene Buch“ gehört. Hier liest Alexandra Tobor aus dem ersten Kapitel ihres Buchs vor. Darin beschreibt sie, wie sie im Alter von acht Jahren im Polen der Vorwendezeit im Keller ihrer Oma durch Zufall das goldene Buch entdeckt. Es handelt sich dabei um den Quelle-Katalog mit einer in der sozialistischen Mangelwirtschaft unbekannten Auswahl und Warenfülle.

Dabei habe ich mir noch gedacht, dass das ja alles ganz nett klingt, mich jedoch nicht weiter interessiert. Das hat das darauf folgende Ortsgespräch, dass Holgi mit der Autorin führt, jedoch geändert. Darin beschreibt sie, wie sie und ihre Eltern als Spätaussiedler in die Bundesrepublik auswanderten. Sie erwähnt in diesem Gespräch viele Sachen aus ihrem Buch und erzählt noch viel mehr. Diese Einblicke fand ich faszinierend. Sie haben die Gastsendung schnell in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Das Buch musste ich mir dann auch gleich kaufen und habe es ziemlich schnell fertiggelesen. Es umfasst die Jahre 1989 – kurz vor der Wende bis Mitte der Neunziger. Sehr beeindruckend fand ich die Einblicke, in diese Welt und der Wunsch mit eisernem Sparen sich eine neue Existenz in Deutschland aufzubauen. Auch wenn die Erlebnisse natürlich nicht genau so passiert sind und sicherlich im Rahmen der künstlerischen Freiheit bearbeitet wurden, ist das vermittelte Gesamtbild stimmig.

Ich hoffe nur, dass das von der Autorin erwähnte Nachfolgebuch mit den Erlebnissen ab Mitte der Neunzigerjahre bald erscheint.

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