Georg Herold – Multiple Choice

Eine Ausstellung „Multiple Choice“ mit Werken von Georg Herold findet bis 02.09.2012 im Museum Brandhorst statt. Der Sonntagseintritt kostet wie immer 1 EUR. Die Bilder von Georg Herold und die Figuren aus Dachlatten und Leinwand haben mich persönlich am ehesten angesprochen. Sehr beeindruckend auch die Bilder, die mit seiner Inhaftierung in der DDR aufgrund seines gescheiterten Fluchtversuchs in den Westen zusammenhängen. Man muss auch auf die Idee kommen, teuren Kaviar in ein Bild zu integrieren und die einzelnen Fischeier sogar noch zu nummerieren.

Allerdings sind auch weitere Werke dabei, die mich etwas ratlos zurücklassen. Eine Damenstrumpfhose, eine Stange Lauch mit Kabelbindern an einer Fassung für Neonröhren oder ein Nasenabdruck aus Niveau auf einem Glasbilderrahmen sind für mich jetzt etwas zweifelhaft. Auch wenn der Künstler damit sicherlich etwas ausdrücken wollte, empfinde ich die Schöpfungshöhe als zweifelhaft. Hier zeigen sich mir die Parallelen zu Beuys, dessen Werke bei mir auch immer nur Fragezeichen zurücklassen.

Nicht zu vernachlässigen sind auch die beiden Videoinstallationen von David Claerbout und Barbara Hammann. David Claerbout zeigt auf zwei getrennten Leinwänden mit zwei getrennten Soundkanälen wie ein Mann und eine Frau auf einen kleinen Fluss zulaufen. Die gesamte Zeit denkt man, sie würden aufeinander zulaufen und sich treffen. Erst als beide am Fluss sind, stellt man fest, dass dieses Geschehen zu unterschiedlichen  Zeitpunkten stattfand und sie sich nie treffen werden. Ein sehr schönes Spiel mit den Erwartungen, der Zeit und der Landschaft. Im Gegensatz zu diesem dynamischen Geschehen hat Barbara Hammann Bilder einer Webcam aus den Jahren 2006 und 2007, die über den Silser See auf den Lej da Segl blickt zu einer Videoprojektion zusammenmontiert. Die starren Aufnahmen der Webcam bilden einen schönen Kontrast zu den dramatisch wechselnden Wetterverhältnissen.

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