Umstieg auf SSD

Zur Beschleunigung meines Computers habe ich gerade mein System auf eine Solid State disk (SSD) installiert. Hier sind meine Erfahrungen, die ich mit der neuen Festplatte gemacht habe. Der Umstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt, da das System schneller hochfährt und gestartete Anwendungen wie Browser oder Mailclient fast sofort genutzt werden können. Die Geschwindigkeitsvorteile bei Battlefield 3 entsprechen jedoch leider nicht so ganz den Erwartungen.

Zunächst musste also eine SSD her. Hierbei ist einiges zu beachten. SSDs selbst vertragen nur eine begrenzte Anzahl an Schreibzugriffen. (Lesezugriffe sind unproblematisch!) Auch ist der Preis im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten höher. Diese Punkte sollte man bei der Planung, wie das System künftig aussehen soll, im Hinterkopf behalten.

Aus diesem Grund habe ich mich für eine 128 GB SSD Samsung MZ-7PC128D/EU inkl. Desktop-Upgrade-Kit entschieden.

 

Dieses Modell ist der Preis-/Leistungssieger aus dem Juli-Heft der Gamestar. Das Paket enthält die Festplatte samt Schrauben und Kabel. Das Desktop-Upgrade-Kit ist ein Stück Aluminium, auf dass sich die Festplatte schrauben lässt. Das Ganze passt dann in einen normalen Festplatten-Slot im Gehäuse. Gut und einfach gelöst.

Die 128 GB stellen natürlich nur einen Kompromiss zwischen den Festplattenpreisen und den Anforderungen an ein schnelles System dar. Auf der SSD wird nur das grundsätzliche Betriebssystem installiert. Große Anwendungsprogramme finden auf der im Computer verbleibenden herkömmlichen IDE-Festplatte Platz. Dies genügt schon, um alles deutlich zu beschleunigen.

 

Zunächst habe ich die Festplatte in das System eingebaut und die Strom- und Datenkabel angeschlossen. Dies geht alles sehr einfach. Bei dem Kit ist zwar als Software „Norton Ghost“ enthalten, mit dem man ein Backup von einer vorhandenen Festplatte auf die SSD zurückspielen kann. Dies ging bei mir jedoch nicht, da meine vorhandene Partition die 128 GB deutlich übersteigt. Aus dem Bekanntenkreis habe ich eine Rückmeldung, dass die Variante mit Norton Ghost zwar funktioniert hat. Allerdings hat sich die IDE-Festplatte nicht aktivieren lassen.

Für mich kam sowieso nur eine saubere Neuinstallation in Frage. Ich habe Windows also neu auf die SSD installiert. Man sollte vorher darauf achten, im BIOS den Controller-Modus von IDE auf AHCI umzustellen. Ich habe dies allerdings erst anschließend gemacht, was etwas aufwändiger ist.

Nachdem Windows 7 (nur dieses Betriebssystem unterstützt sämtliche Vorteile von SSDs) auf der Samsung installiert wurde, bemerkt man auch gleich einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil. Das wird sofort noch besser, wenn man AHCI aktiviert, sofern dies nicht vor der Installation gemacht wurde.

Damit Windows anschließend überhaupt startet, muss man sich zwingend an die aufgeführte Reihenfolge halten. Macht man das nicht, kann man sein Betriebssystem zerschießen.

  • In Windows auf das Startsymbol klicken und im Suchfeld regedit eingeben. In der Registry den Eintrag HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Services\Msahci suchen und einen Doppelklick auf den Parameter „Start“ machen. Im sich öffnenden Fenster den DWORD-Wert von 3 auf 0 setzen.
  • Den Computer neu starten. Beim Startvorgang dann ins BIOS gehen und die Option für die Einstellungen zum Controller-Modus suchen. Dieser kann auch etwas versteckt sein. Bei meinem Bios war der Wert von RAID auf AHCI zu ändern. Hier muss man ggf. etwas suchen. Man sollte nach AHCI Ausschau halten. Die Änderungen im BIOS dann speichern.
  • Nach dem Starten von Windows wird automatisch der Treiber für AHCI nachinstalliert. Windows möchte dann nochmal einen Neustart haben. Dies sollte man auch tun.

Anschließend läuft die Festplatte im AHCI-Modus, was sich an einem wirklich deutlichen Geschwindigkeitsschub zeigt. Wie man sieht, ist es jedoch einfacher, AHCI im BIOS vor der Windowsinstallation zu aktivieren. Dann spart man sich das Ändern der Registry. Erst durch den AHCI-Modus wird die SSD von Windows voll unterstützt.

Samsung hat noch eine Magician Toolkit Software beigelegt, die man installieren sollte. Im Magician kann man mit wenigen Mausklicks bestimmte Einstellungen in Windows vornehmen, die im Hinblick auf die begrenzten Schreibvorgänge der SSD wichtig sind. Wichtig ist beispielsweise, die Festplattendefragmentierung, Prefetch, Superfetch und ReadyBoost auszuschalten. Dies erfolgt zwar teilweise automatisch durch den Microsoft MSAHCI-Controller-Treiber. Die restlichen Einstellungen kann man jedoch mit der Magician-Software vornehmen. Die Software ist leider nur in Englisch vorhanden.

Anschließend die bisherige IDE-Festplatte formatieren und die restliche benötigte Software darauf installieren.

Fertig ist der Umstieg. Die Zuwächse an Performance sprechen für sich. Das System ist innerhalb von kürzester Zeit nach dem Hochfahren eingabebereit. Programme starten schnell und flüssig. SSDs sind eine wirkliche Empfehlung für jedes System.

Eine Antwort auf „Umstieg auf SSD“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.