Geschichten im Konflikt

Die Ausstellung „Geschichten im Konflikt“ im Haus der Kunst befasst sich mit der unrühmlichen Entstehungsgeschichte dieses Gebäudes vor 75 Jahren. Es beginnt mit der Vorstellung des Gebäudes auf der Pariser Weltausstellung 1937 als Nachfolgebau des Glaspalastes und geht natürlich auf die unsägliche Ausstellung „Entartete Kunst“ und die Zelebrierung der „Deutschen Kunst“ in diesem Gebäude ein. Es geht weiter mit der Nutzung des im II. Weltkriegs fast unzerstört gebliebenen Baus als Offiziersklub ein. Hierfür wurden mit Ölfarbe Basketballfelder auf den Boden gemalt.

Dann wird auf die 1950er Jahre eingegangen, als gerade die von den Nazis verfemten Bilder von Künstlern wie Max Beckmann oder Wassily Kandinsky oder Paul Klee in diesem Gebäude gezeigt wurden.

Die Ausstellung enthält ein großes Modell des Hauses aus weißer Schokolade. Dies soll die verführerische Anziehungskraft der Nazis symbolisieren. Zu sehen sind dann Bilder „entarteter“ und „deutscher“ Kunst. Leider wird hier nicht so klar zwischen den Werken getrennt. Im allgemeinen kann man aber die schwülstige Nazi-Kunst, die irgendwelche nackten und blonden Frauen oder ein U-Boot in schwerer See zeigt dennoch sofort von inspirierenden Werken von Kandinsky oder Klee unterscheiden.

Leider finde ich allerdings die 8 EUR Eintritt etwas übertrieben für die drei Räume plus Treppenhaus mit einer Klanginstallation. Ich hätte mir viel mehr Informationen zur Entstehungsgeschichte gewünscht. Ein Katalog zur Ausstellung soll erst 2013 erscheinen. Um mehr zu erfahren habe ich mir im Buchladen ein passendes Buch von Sabine Brantl „Haus der Kunst, München“ gekauft.

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