M wie Mythen, Märchen

Die Rückkehr des Kallias und der Arete (Julius Naue, 1881)

Die Ausstellung M wie Mythen, Märchen kann bis 06.01.2013 in der Neuen Pinakothek besucht werden. Die Ausstellung ist wie immer in der Studiengalerie – Saal C im Kellergeschoss (gegenüber der Garderobe) zu finden. Zwar kennt man diesen Raum schon von anderen Ausstellungen, jedoch wäre hier durchaus ein Hinweisschild bei den Kassen vorteilhaft und nicht erst am Ende der Treppe, die nach unten führt. Der Sonntagseintritt kostet wie immer 1 EUR.

Die Ausstellung schlägt einen Bogen von griechischen Göttermythen über mittelalterlicher Dichtung bis hin zu deutschen Märchen. Der Besucher sieht Amazonen, Satyrn, Nymphen und Faune.

Sehr schön das Bild des Julius Naue – Die Rückkehr des Kallias und der Arete. Hier findet sich eine schöne Darstellung der Plejaden, die mich auch astronomisch fasziniert hat. Die Mythen- und Märchenwelt wird dem Betrachter anhand von gut ausgewählten Bildern und Skulpturen nahegebracht. Die Sage von Pipin und Berta war mir zum Beispiel bisher nicht bekannt.

Entsetzen hat sich dann aber bei Aschenbrödel eingestellt. Moritz von Schwind hat eine romatische Bildergeschichte zu diesem wohl bekanntesten Märchen Deutschlands gestaltet. Hierzu ist nichts einzuwenden. Allerdings hat er auch eine politische Erklärung dazu abgegeben, die ebenfalls in der Ausstellung zu lesen ist. Das schöne blonde Aschenbrödel ist das edle deutsche Mädchen, dessen Stellung durch die Stiefschwestern aus der zweiten Ehe des „alten Esels“ (also des deutschen Vaters von Aschenbrödel) mit einer Südländerin bedroht wird. Doch höhere Kräfte sorgen natürlich für Gerechtigkeit. Kein Wunder das bei so einer Aussage das Bild für das 1942 in Linz geplante „Führer“-Museum als Verherrlichung des deutschen Wesens vorgesehen war. Hier bleibt nur Kopfschütteln übrig. Sehr schön auch die entsetzen Reaktionen anderer Besucher, die die Aussagen von Moritz von Schwind ebenfalls gelesen haben.

Die Ausstellung kann ich aber wirklich sehr empfehlen. Dieser große Raum im Untergeschoss ist mir auch schon bei der Ausstellung „Neapel und der Süden“ positiv aufgefallen.

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