Typographie des Terrors im Stadtmuseum

Im Münchner Stadtmuseum finden derzeit zwei Sonderausstellungen statt, die mich beide sehr interessierten. Einmal handelt es sich um eine Ausstellung von Bildern von Floris Neusüss mit dem Namen Traumbilder. Dieser lebte unter anderem auch in München. Er arbeitete mit Mehrfachbelichtungen und Fotogrammen von menschlichen Körpern auf Fotopapier in Originalgröße. Immer wieder dokumentierte er auch, wie Bilder von Personen in Originalgröße sich auflösen. Sei es, weil er sie anzündete oder in einen See legte. Stets fotografierte er dann genau den Zeitpunkt, an dem sich das Bild endgültig auflöst und stellte so die Bildhaftigkeit der Fotografien in Frage. Er hat einige stimmungsvolle Schwarzweißaufnahmen geschaffen.

Als weitere Sonderausstellung kann man Plakate in München von 1933 bis 1945 mit dem Namen Typographie des Terrors besichtigen. Die Plakate sind nach Jahren geordnet. Sie beginnen mit Wahlplakaten der damaligen Parteien zur Reichtagswahl. Sehr interessant, ist welche drastischen Darstellungen auch die SPD, KPD oder Bayernpartei gewählt haben. Die NSDAP hat sich an diese Konventionen angepasst. Es geht weiter mit Plakaten zu Ausstellungen, für das Winterhilfswerk und für verschiedene Feste oder Theateraufführungen. Je weiter die Jahre fortschreiten, kommen Filmplakate für den antisemitischen Film „der ewige Jude“ oder auch Schmähplakate über die USA hinzu. Gegen Ende des Krieges dann Durchhalteparolen. Die Ausstellung endet mit einer Sonderausgabe der Münchner Zeitung zum Kriegsende in Japan.

Vor allem die Ausstellung Typographie des Terrors kann ich wirklich empfehlen. Zu jedem Plakat findet sich eine ausführliche Beschreibung in Deutsch und Englisch. Zusätzlich kann man auch einen Ausstellungskatalog kaufen. Man sollte aber auch die restlichen Räume des Stadtmuseums besuchen, damit sich die 6 EUR Eintritt auch lohnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.