Bücher über den Dreißigjährigen Krieg

 

Die Ausstellung über das Massengrab aus dem Dreißigjährigen Krieg hat mich neugierig gemacht und veranlasst, mir zwei Bücher zu diesem Krieg zu kaufen. Es handelt sich einmal um das Buch „Der Dreißigjährige Krieg“ von C. V. Wedgwood und das Buch „Der Dreißigjährige Krieg“ von Helmut Neuhold.

Beide Bücher könnten nicht unterschiedlicher sein. Das Werk von C. V. Wedgwood stammt aus dem Jahr 1938 und wurde zuletzt im Jahr 2002 neu ins Deutsche übersetzt. Es bietet wirklich einen umfassenden Einblick in die Materie, hat aber leider einige Nachteile. Obwohl die Auflage des Buchs von 2011 ist, ist es aber (wohl aufgrund der zehn Jahre zurückliegenden Neuübersetzung) noch in alter Rechtsschreibung verfasst. Dies ist jetzt nicht so unbedingt störend. Leider hat es jedoch den Nachteil, dass es auch von der Wortwahl her etwas antiquiert daherkommt und dadurch Eingewöhnung erfordert. Außerdem führt die Vielzahl an Namen und trockenen Fakten dazu, dass ich einiges an Willen aufwenden musste, um das Buch nicht schon mittendrin wegzulegen. Die vielen Namen der handelnden und auch nur entfernt betroffenen Personen führen dazu, dass man sich letztendlich keinen der genannten Namen wirklich merken kann und am Ende nur drei bis vier Namen im Gedächtnis bleiben. Das Buch handelt auch eher nur von den politischen Verhältnissen und Machtbestrebungen. Das Leben der beteiligten Soldaten und der Zivilisten wird allenfalls nur am Rande angesprochen. Beim Durchlesen des Quellenverzeichnisses fällt auf, dass sich die Vielzahl der Fußnoten auf Veröffentlichungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts beziehen. Ein kleiner Teil der Quellen stammt aus den Jahren um 1900-1910. Die neueste Quelle stammt von 1935. Dies ist angesichts des Entstehungsjahrs (1938) natürlich nicht verwunderlich, jedoch habe ich schon das Gefühl, dass hier neueste Erkenntnisse (z. B. aus dem 2010 gefundenen Massengrab bei Wittstock/Dosse o. ä.) fehlen.

Das Buch von Helmut Neuhold hat im Gegensatz dazu nur etwa die Hälfte an Umfang und war auch deutlich günstiger. Es ist weniger ausschweifend und bringt nur die wichtigsten Namen ins Spiel. Ich habe dieses Buch erst nach dem Werk von Wedgwood gelesen und erst hier sind mir an manchen Stellen erst die Zusammenhänge klar geworden. In Wedgwoods Buch blieben mir diese aufgrund der vielen Fakten, die einen erschlagen haben, noch verborgen. Sein Buch wurde im Juni 2012 veröffentlicht.

Beide Bücher bieten einen totalen Kontrast. Hier eine fast zu große Menge an Informationen, die schließlich den Blick auf das Ganze eher verstellen und dort eine kurze, aber prägnante Darstellung des Dreißigjährigen Kriegs. Es muss wohl jeder selbst beurteilen, mit welchem Buch er besser zurecht kommt. Ich musste mich durch das von Wedgwood jedenfalls ziemlich durchquälen. Die beste Kombination ist wohl, beide zu lesen.

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