Licht und Schatten, am Filmset der Weimarer Republik

Noch bis zum 27. Januar 2013 kann im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern die Ausstellung „Licht und Schatten, am Filmset der Weimarer Republik“ besucht werden. Der Eintritt ist kostenlos. Die Ausstellung ist auch am Sonntag geöffnet. Bereits am Eingang begrüßt einen Max Schreck als Graf Orlok aus Nosferatu.

Abbildung gemeinfrei wegen Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist.

Die Ausstellung führt durch die Filme der Jahre 1918 – 1933 in der Zeit des Aufbruchs der Weimarer Republik. Sie zeigt, welche großartigen deutschen Filme mit Weltgeltung diese Zeit hervorgebracht hat. Diese Epoche endete jäh mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Viele der Regisseure waren jüdischer Herkunft und mussten 1933 ins Exil gehen.

Es sind natürlich die sehr gut bekannten Filme wie Metropolis, M oder Nosferatu dabei. Jedoch auch andere Filme, an die man jetzt nicht unbedingt sofort denkt. „Das Cabinet des Dr. Caligari“ und „der Golem, wie er in die Welt kam„, beide von 1920. Natürlich dürfen die Klassiker von F. W. Murnau „Nosferatu“ aus dem Jahr 1922, Metropolis aus dem Jahr 1927 und M aus dem Jahr 1931 von Fritz Lang nicht fehlen.

Überrascht haben mich bei manchen Filmen auch die sensiblen und geradezu fortschrittlichen Themen. Im Film „Mädchen in Uniform“ aus dem Jahr 1931 geht es um die subtile Zuneigung einer Lehrerin und einer Schülerin. Im „Blauen Engel“ aus dem Jahr 1930 mit Marlene Dietrich gerät ein kleinbürgerlicher Gymnasialprofessor in die Abhängigkeit einer Sängerin und demütigt sich selbst als Clown. „M“ ist eine gut versteckte Kritik an der Todesstrafe und dem aufkommenden Nationalsozialismus. „Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?“ von 1932 ein Blick auf Probleme wie Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Depression, der der deutschen Zensur ein Dorn im Auge war. Nicht umsonst hatte auch Bertolt Brecht am Drehbuch mitgeschrieben.

Die Jahre 1929/30 sind vom Übergang vom Stummfilm auf Tonfilm geprägt. Vor allem haben mich die Filme Nosferatu und Metropolis beeindruckt. Es kann ein Ausstellungskatalog für 48 EUR gekauft werden. Dies ist deutlich günstiger, als der Band bei Amazon kostet.

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