Hiroshi Sugimoto: Revolution

Im Museum Brandhorst ist bis zum 10. Februar 2013 die Ausstellung „Revolution“ mit Fotografien von Hiroshi Sugimoto zu sehen.

Es handelt sich dabei um Fotografien, die das Meer bei Nacht zeigen. Da es sich meistens um Langzeitbelichtungen handelt, werden der Mond und zu sehende Sterne oder Planeten als Strichspuren abgebildet. Zur Verstärkung des künstlerischen Effekts sind die Fotografien hochkant aufgehängt. Zu sehen ist die tiefschwarze Wasseroberfläche, auf der sich das Licht des Mondes spiegelt und gelegentlich Wellen ausgemacht werden können. Darüber (bzw. daneben) der Himmel mit dem Mond und manchmal vorhandenen Wolken.

Sehr verblüfft war ich, als zwei Besucherinnen sich ausgedehnt über die Bilder unterhielten  und die Strichspuren der Sterne mehrmahls als „Sternschnuppen“ bezeichneten. Obwohl die breite Spur des Mondes ein zentrales Thema der Aufnahmen darstellt, war mir nicht klar, ob die beiden die dahinterliegenden Aspekte der Himmelsmechanik nicht durchschauten und einfach alles als „Sternschnuppen“ ansahen oder nur bei diesem einen Bild. Wieder wurde mir klar, wie wenig die Allgemeinheit eigentlich von Astronomie und Sternenhimmel weiß und wahrnimmt. Kein Wunder, wenn Jupiter als außerirdisches UFO angesehen wird. (Das folgende Bild gehört nicht zur Ausstellung.)

Autor: Speifensender; Bild unter GNU Free Documentation License

Die Fotografien werden geschmackvoll bei gedämpftem Licht präsentiert. Nur die Bilder selbst werden durch Spots beleuchtet. Das passt sehr gut zu den abgebildeten Wasseroberflächen bei Nacht. Hier zeigt sich einmal wieder die besondere Faszination, die S/W-Aufnahmen ausmachen.

Das Museum Brandhorst hat auch einen Ausstellungskatalog dazu herausgebracht. Die Ausstellung ist absolut empfehlenswert. Wenn man da ist, sollte man auch nicht versäumen, die Videoinstallationen von Rineke Dijkstra „The Buzzclub…” (1996/97) und „Eight” (2001) von Teresa Hubbard und Alexander Birchler anzuschauen. Im Museum Brandhorst gilt der Sonntagseintritt von einem Euro.

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