Titanic – Das Schiff, der Untergang, die Legenden

Wem fällt beim Gedanken an den Untergang der Titanic nicht die Filmschnulze von James Cameron oder das schmachtende Lied von Celine Dion ein? Aber die Titanic ist ja gar nicht untergegangen, sondern ihr Schwesterschiff, weil alles ja eine große Verschwörung war.

Linda Maria Koldau schildert in ihrem Buch sehr genau, was über den Luxusdampfer, die Passagiere, den Untergang und das am Meeresboden liegende Wrack bekannt ist. Sie hält sich dabei an die Fakten und räumt mit vielen Ansichten auf, die heute als historische Tatsachen gelten, in Wirklichkeit jedoch nicht oder nicht genauso zutrafen.

Interessant ist dabei, dass viele Mythen um die Titanic bereits entstanden, als die Überlebenden noch nicht einmal das Festland erreicht hatten. Andere „Tatsachen“ wurden von den Eignern oder Besatzungsmitgliedern der Titanic bei der offiziellen Untersuchung bewusst in die Welt gesetzt, um vom eigenen Versagen abzulenken oder um Schadensersatzforderungen zu umgehen.

Das Buch beleuchtet auch die Filme, die rund um das Unglück entstanden. Der erste Film kam bereits einen Monat nach dem Untergang heraus. Dabei wird auch auf den historischen Kontext der Filme eingegangen. Zuerst der edle Mann der angelsächsischen Oberschicht und im Gegensatz die „halbkriminellen Südländer“, die als Heizer tätig waren. Dann im Holzhammer-Nazipropagandafilm die üblen kapitalistischen Engländer und im Gegensatz dazu die armen einfachen Leute. Dazwischen dann der edle arische deutsche Offizier, der alles vorausgesehen hat und auch verhindert hätte, wenn man ihm nur geglaubt hätte. Ein Film den die Nazis dann doch nicht gezeigt haben, wohl weil er dann doch zu dümmlich war. Dafür wurde er von der DDR-Propaganda begeistert übernommen. Zum Schluss wird natürlich die Cameron-Schnulze nicht vergessen.

Die Autorin geht auch auf die Auswirkungen ein, die diese Filme auf den Titanic-Mythos hatten. Auch Verschwörungstheorien und anderer Quatsch wird nicht vergessen. Sie erklärt dabei genau, ob es sich um Tatsachen handelt, oder ob es erfundener Mist ist. Wenn zu einem Punkt nichts Näheres gesagt werden kann, weil keine Erkenntnisse darüber vorliegen, teilt sie das auch mit und gibt nur eine Einschätzung über die Wahrscheinlichkeit der Aussage ab.

Auf das Auffinden des Wracks in den 1980er Jahren wird ebenfalls eingegangen.

Das Buch ist wirklich gut geschrieben. Es ist spannend und gut zu lesen. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die schon immer die historischen Fakten kennen und nicht nur irgendwelchen Aussagen und Theorien Glauben schenken wollten.

 

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