Hochbunker in der Sonnwendjochstraße

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© Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

Heute war der Hochbunker in der Sonnwendjochstraße anlässlich des Tags des Offenen Denkmals 2013 geöffnet. Der Hochbunker ist sonst nicht zugänglich, deshalb war ich auch sehr gespannt, was mich erwarten würde. Ich kenne ihn ja nur von außen, wenn ich auf dem Weg zur Tram oder auf meiner Laufrunde daran vorbeikomme.

Der Hochbunker wurde 1941 gebaut. Nach Kriegsende wurde er von einem Gemüsehändler, Blumenhändler und bis in die 1960er Jahre von einem Farbenhändler genutzt. Der Bunker war ab 11 Uhr geöffnet, ab 12.30 Uhr fanden dann Führungen statt. Ich war schon kurz nach 10 Uhr da, um eine Karte für eine der sehr gefragten Führungen zu ergattern. Ich habe dann für die 13-Uhr-Führung eine bekommen. Jeweils 15 Personen werden auf einmal eingelassen. Ansonsten haben sich die Veranstalter (Bezirksausschuss 14 Berg am Laim) eine große Mühe gegeben. Es waren Pavillions aufgestellt und es wurden bereits Würste gebraten. Man kann ein Gespräch mit Zeitzeugen im Bunker führen und einen Film „Krieg, das 20. Jh. erzählt in einer Stunde“ von Jörg Baesecke ansehen. Es gibt auch eine Fotoausstellung und Beamerprojektion mit Ton-Installation, Originalfotos und -töne aus den sogenannten Luftkriegsjahren.

Der Rundgang begann im Erdgeschoss und führte über die Treppe in den Schutzraum im ersten Stock. Hier wurden zunächst Fotos von den Luftschutzvorkehrungen im zweiten Weltkrieg gezeigt. Im Schutzraum im zweiten Stock waren dann Bänke aufgestellt. Hier wurden einige Worte zum Bunker erzählt. Das Ganze wurde von den Klängen der Luftschutzsirene der Ausstellung im Obergeschoss untermalt. Sehr beeindruckend war, als ein Zeitzeuge, der als Kind die Luftangriffe in diesem Bunker verbracht hat, ganz spontan und sehr eindrücklich davon erzählte. Im Obergeschoss waren dann nochmals passende Texte, Fotos und die Beamer-/Toninstallation zu finden. Hinaus ging es dann über den Ausgang im ersten Stock und die Freitreppe. Hier fand sich nochmals ein Zeitzeuge, der erzählte, wie sie als Kinder die mechanische Luftpumpe bedienen mussten und dafür dann 100 Gramm Süßigkeiten bekamen.

Zunächst war ich etwas enttäuscht, da der Bunker durch die Nutzung nach dem Krieg natürlich nicht im Originalzustand war. So waren in den Schutzräumen an einigen Stellen Fließen mit Blumenmuster angebracht. Die bedrückende Atmosphäre in den Schutzräumen, in denen damals statt der vorgesehenen 300 bis zu 1000 Menschen eingepfercht waren und um ihr Leben fürchteten, wurde jedoch durch die spontanen Zeitzeugenaussagen lebendig. Bei den engen Treppenhäusern und Schutzräumen kann man sich überhaupt nicht vorstellen, wie eine so große Anzahl von Personen hier überhaupt reinpassten.

Ein großes Kompliment an die Veranstalter. Ich bin froh, dass ich die Gelegenheit genutzt habe, um den Hochbunker einmal von innen zu sehen. Wenn ich zukünftig daran vorbeilaufe, werde ich an dessen Vergangenheit denken.

 

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