Ausstellungen im Stadtmuseum München

IMG_0363Im Stadtmuseum München finden derzeit zwei interessante Ausstellungen statt. Der Eintritt in das Museum kostet wie immer 6 EUR. (Es gibt keinen Sonntagseintritt.)

Die Ausstellung „Hermann Landshoff – Eine Retrospektive“ ist dem Schaffen des deutsch-amerikanischen Fotografen gewidmet. Landshoff ist in München-Solln aufgewachsen. Die jüdische Familie emigrierte kurz vor der Reichsprogromnacht in die USA. Das vom Fotografen noch zu Lebzeiten bereinigte Erbe wurde dem Stadtmuseum als Schenkung überlassen.

Der Fotograf und Karikaturist ist zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Bekannt wurde er in jungen Jahren durch seine Fotos zu einer Reportage über Albert Einstein in dessen Haus in Caputh. Er fotografierte Waisenkinder in New York oder Kinder in den Straßen von Harlem. Außerdem arbeitete er als Modefotograf und hielt die New Yorker Stadtarchitektur in Bilderserien fest.

Die Ausstellung umfasst wirklich sehr schöne Aufnahmen. Wichtig war ihm, keine gestellten Aufnahmen zu fertigen, sondern spontane Momente festzuhalten. Für solche Momente hatte er wirklich ein gutes Auge.

Die andere Ausstellung im Stadtmuseum „Decolonize München“ befasst sich mit den Spuren der Kolonialgeschichte in Europas Städten. Hier in München zum Beispiel durch die Vielzahl an Straßennahmen im Stadtteil Waldtrudering.  Mir war zum Beispiel nicht klar, warum die Iltisstraße problematisch sein sollte. Erst durch die Ausstellung habe ich erfahren, dass damit nicht das Tier, sondern das Kanonenboot der Kaiserlichen Marine gemeint ist, dass an der Niederschlagung des Boxeraufstands in China beteiligt war. Auch interessant die Hintergrundgeschichte, wieso ausgerechnet so viele derartige Straßennamen in diesem Stadtteil existieren.

Eine Ausstellung, die den Besucher nachdenklich zurücklässt, auch wenn man nicht immer sämtliche Punkte teilen kann. Allerdings darf man nicht vergessen, die Kritik aus der Sichtweise der Betroffenen zu betrachten.

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