Ötzi 2.0 – Neues von der Eismumie

Die noch bis 31. August 2014 in der Archäologischen Staatssammlung zu sehende Ausstellung „Ötzi 2.0 – Neues von der Eismumie“ hat mich etwas zwiespältig zurückgelassen. Die Ausstellung ist auf zwei Räume verteilt. Im ersten Raum, der direkt gegenüber der Kasse liegt, wird auf den Fundort des Eismanns und seine Ausrüstung eingegangen. Hier ist auch die Nachbildung der Eismumie und der Livestream zum echten Ötzi in Südtirol zu finden. Sämtliche Ausrüstungsgegenstände sind natürlich Nachbildungen. Als einziges echtes Artfakt ist ein Blatt zu sehen, welches Ötzi in seinem Behälter aus Birkenrinde mitführte, in dem er die Glut seines letzten Lagerfeuers aufbewahrte.

Die Ausstellungsstücke selbst werden durchaus ansprechend und modern präsentiert. Im Detail fand ich dann allerdings doch einige Punkte, die mich enttäuscht zurückgelassen haben. Wenn die Ausstellung schon „Neues von der Eismumie“ verspricht, hätte ich tiefergehende Texte und Informationen zu Ötzi gewünscht.

Otzi-Quinson
Urheber 120 – Bild unter Creative Commons Lizenz
Die Nachbildung von Ötzi liegt (im Gegensatz zu dem obigen Bild) total im Dunkeln, daher lässt sich hier kaum etwas erkennen. Der Livestream zum echten Ötzi in Südtirol ist ebenfalls sehr enttäuschend. Ich dachte, man könnte direkt in die Kammer blicken, in der die Mumie liegt. Allerdings ist die Webcam lediglich aus einiger Entfernung auf das Sichtfenster gerichtet. Es handelt sich um schlecht aufgelöste schwarzweiße Einzelbilder, die laufend aktualisiert werden. Das bedeutet, man sieht ständig ein neues Bild in der oberen Hälfte und das vorherige Bild in der unteren Hälfte des Bildschirms. Das macht aber eigentlich auch nichts, da durch den schlecht gewählten Kamerastandort sowieso lediglich die Besucher von hinten zu sehen sind, wie sie vor dem Sichtfenster stehen und auf Ötzi blicken. Tut mir leid, aber das hätte man sich dann auch sparen können.

Die Fortsetzung der Ausstellung im zweiten Raum ist nicht schlecht gemacht und bietet durchaus Neues. Hier geht man auf den Gesundheitszustand von Ötzi ein. Von seiner Arthrose, den zu einem früheren Zeitpunkt gebrochenen und wieder zusammengewachsenen Rippen, den Parasiten, die er im Körper hatte und den tödlichen Verletzungen. Die Stationen sind mit Lupen und Mikroskopen ausgerüstet und man kann selbst Objekte untersuchen. Dieser Raum hätte ruhig noch einige weitere Stationen vertragen können.

Leider empfand ich die Ausstellung insgesamt als etwas enttäuschend. Für 5,50 EUR Eintritt war ich bereits nach viel zu kurzer Zeit wieder draußen. Auch wenn sie durchaus nicht schlecht gemacht ist, hätte ich mir mehr davon versprochen. Schade!

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