Stadtlauf München 2014

Es ist vollbracht – der Stadtlauf München ist vorbei. Ich habe mich da vor so ziemlich einem Jahr angemeldet, als ich wieder mit dem Laufen begonnen habe. Es sollte als Motivation dienen und war immer noch so weit weg. Dann aber gingen die letzten Monate dann doch ziemlich schnell rum und plötzlich war der Tag da. Ich habe mir die 10 km-Strecke herausgesucht, da mir damals diese Strecke als machbar erschien. Ich hatte bisher noch nie an einem Laufwettbewerb teilgenommen.


Aus diesem Grund war ich auch bereits eine Stunde vor dem Start vor Ort am Rindermarkt. Ich wollte alles in Ruhe vorbereiten und habe daher genug Vorlaufzeit eingeplant. Dort war es aber ziemlich unspektakulär. Es gab ein Umkleidezelt für Herren und eines für Damen, wobei diese Aufteilung – zumindest in der Herrenumkleide – nicht so strikt eingehalten wurde. Ein weiteres Zelt war die Garderobe, in der man seine Tasche abgeben konnte. Ich habe mich also umgezogen und meine Tasche abgegeben. Da ich so früh da war, war noch kein großes Gedränge in der Umkleide und alles war schnell erledigt. Die Zelte waren auch wichtig, da es ständig regnete. Dann habe ich mich zuerst unter die Bäume am Rindermarkt gestellt und bin dann so 20 Minuten vorher in Richtung Startblock gegangen. In einem Innenhof in der Nähe des Startblocks habe ich dann einige Aufwärm- und Lockerungsübungen gemacht. Es ist unglaublich, wie langsam die Zeit vergeht, wenn man so sehnlich wünscht, dass es endlich los geht.

Rechtzeitig vorher habe ich mich dann in den Startblock 2 für Läufer mit einem 5er-Schnitt gestellt. Dadurch hatte ich die naive Vorstellung, ich könnte dann einfach so im Strom gleichstarker Mitläufer mitschwimmen. Mitschwimmen war dann auch das Stichwort, denn in den Minuten vor dem Start wurde dann auch der Regen stärker. Naja – es hätte auch 35 Grad haben können, da wären bestimmt mehr Zuschauer gekommen. Endlich wurde rückwärts gezählt und es ging überraschend flott über die Startmatte auf die Strecke.

Allerdings ist mir nicht klar, ob einige Läufer ihre mögliche Zielzeit falsch eingeschätzt hatten oder überhaupt nicht mitgekommen hatten, dass es drei Startblöcke (Startblock 1 für 4er-, Startblock 2 für 5er- und Startblock 3 für 6er-Schnitt-Läufer) gab. Es hat tatsächlich bis zu Kilometer 3 gedauert, bis ich endlich meinen üblichen Laufschnitt vom Training her laufen konnte. Da müssen sich Leute in den Block mit einer Zielzeit von 40 Minuten gestellt haben, die bereits nach kurzer Zeit kaum ihre Füße vom Boden hochbekommen haben und im Nordic-Walking-Tempo unterwegs waren.

Im strömenden Regen haben dann doch erstaunlich viele Zuschauer ihr Möglichstes gegeben, um die Läufer anzufeuern. Auch haben die an den verschiedenen Stellen postierten Sambagruppen mit heißen Rhythmen gegen den Regen angetrommelt. Die Strecke ging dann vom Marienplatz über den Odeonsplatz (samt entgeistert auf die Läufer blickenden Touristengruppen aus Asien) in den Hofgarten und von dort dann durch die Unterführung in den Englischen Garten. Gleich nach der Unterführung kamen uns dann noch die Nachzügler vom Halbmarathon entgegen, der ja bereits um 8 Uhr gestartet ist. Die Strecke im Englischen Garten war dann zum größten Teil ziemlich einsam, wobei aber auch hier immer wieder an einzelnen Stellen Passanten angefeuert haben. Die Wege waren eine ziemlich matschige Angelegenheit. Man musste ständig darauf achten, wohin man seinen nächsten Schritt setzt, um nicht in einer tiefen Pfütze zu landen. Das ließ sich nicht immer vermeiden. Entsprechend haben die Schuhe und Beine dann auch ausgesehen.

Die Strecke war gut ausgeschildert, vor allem da sich vor dem Chinesischen Turm die 10km-Strecke und die Halbmarathonstrecke teilten. Es waren auch immer wieder Streckenposten vorhanden, im Grunde ging es aber natürlich nur den vorderen Läufern nach. Es ging kurz in den Nordteil des Englischen Gartens und dann über die Brücke über den Mittleren Ring wieder zurück. Dort in der Nähe war dann auch die erste Verpflegungsstation, die ich mir jedoch gespart habe. Beim Laufen unter einer Stunde brauche ich keine Getränke und ich wollte auch nicht gerade jetzt damit anfangen. Am Ende hätte ich mich noch verschluckt und wäre aus meinem Laufrhythmus gekommen.

Bis zur 5km-Marke hat es sich erstaunlich gezogen. Ich hatte jedoch keine Probleme. Ich habe versucht, annähernd meinen Trainingsschnitt zu laufen, um keinesfalls zu schnell unterwegs zu sein und womöglich am Ende dann keine Luft mehr zu haben. Ich wollte mein Lauftempo in der zweiten Hälfte zumindest beibehalten oder evtl. sogar etwas steigern.

Ab der Hälfte gab es auch bereits die ersten Läufer, die Gehen mussten. Ich werde diesen einen Läufer nicht verstehen, der mich bestimmt viermal mit einem wahnsinnigen Tempo überholt hat, nur um dann nach wenigen hundert Metern wieder zu Gehen. Plötzlich hat es aber dann wohl nicht mehr für die Sprinteinlagen gereicht. Die weitere Strecke durch den Englischen Garten war bei diesem Wetter dann leider auch recht unspektakulär. Es gab nochmals eine Verpflegungsstation, die ich mir auch geschenkt habe.

Die Strecke zwischen Kilometer 7 und 8 war dann so ein kleiner Durchhänger. Hier musste ich immer wieder darauf achten, nicht zu langsam zu werden, um meinen angepeilten Kilometerschnitt nicht zu arg zu überschreiten. Da hier auch kaum Zuschauer waren, war das (bis auf die anderen Läufer natürlich) eine ziemlich einsame Angelegenheit. Erst als ich dann auf die Ludwigstraße eingebogen bin und dort die Leute an der Strecke und die Sambagruppen alles gaben, konnte ich auch tatsächlich bis zum Ziel am Marienplatz mein Tempo nochmal anziehen und bin nach 57:47 Minuten über die Ziellinie.

Hinter dem Ziel gab es in der Kaufingerstraße dann Getränke, Bananen und Laugenstangen. Es hat nach wie vor stark geregnet. Daher bin ich dann gleich zurück zum Rindermarkt, habe meine Tasche geholt und mich umgezogen. Auf der Rückfahrt in der U-Bahn konnte man sehr genau die Teilnehmer erkennen. Auch wenn diese nicht mehr ihr orangenes Laufshirt anhatten, musste man nur auf die Schuhe und die Beine sehen. Waren diese bis oben hin mit grauem Matsch bespritzt, wusste man gleich, wen man vor sich hatte.

Der Lauf hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn die Stimmung dank des Wetters jetzt nicht so optimal war, haben die anwesenden Zuschauer trotzdem ihr Möglichstes geben. Das hat auch der spanische Läufer erkannt, der immer in meiner Nähe lief. Er bedankte sich bei vielen der Zuschauer, an denen er vorbeilief überschwänglich. Ich konnte die 10 km ohne Probleme laufen und habe meinen Kilometerschnitt vom Training um fast eine Minute verbessert. Der nächste Stadtlauf kann kommen. Da werde ich dann versuchen von Anfang an ein höheres Tempo zu laufen.

Zieleinlauf
Zieleinlauf

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