Bilder der BND-Zentrale in Pullach im Kunstfoyer

Isar1Im Kunstfoyer der Versicherungskammer kann bis 5. Oktober 2014 eine Fotodokumentation von Martin Schlüter besichtigt werden. Der Fotograf hat im Auftrag des BND Aufnahmen der Werkstätten, Mitarbeiterbüros und IT-Anlagen gefertigt. Die Aufnahmen entstanden nach Dienstschluss. Daher sind keinerlei Personen auf den Aufnahmen zu sehen. Durch die Abwesenheit von Personen weisen die Bilder eine ganz eigentümliche, ja geradezu gruselige Stimmung auf. Man sieht Büros, in denen bis kurz vorher offenbar noch gearbeitet wurde. Triste Zimmer, in denen durch persönliche Gegenstände versucht wurde, eine heimelige Atmosphäre zu schaffen. Dazu kommt noch, dass einige Räume bereits sehr renovierungsbedürftig sind. Da die Zentrale jedoch von Pullach nach Berlin umzieht, wurde hier bereits seit Jahren nichts mehr investiert. In Pullach bleibt nur eine deutlich kleinere Zweigstelle.

Der Fotograf wurde während seiner Aufnahmen von der BND-Pressestelle begleitet. Bei den Bildern wurde darauf geachtet, keine Telefonnummern oder Namen zu fotografieren. Teilweise wurden Informationen abgedeckt. Man muss sich dabei im klaren sein, dass die Aufnahmen teil einer „Transparenzoffensive“ des BND sind und man daher nicht immer sagen kann, ob die Darstellungen wirklich die Realität abbilden oder gestellt sind.

In der Ausstellung sind dann noch einige Originalexemplare von Schriftstücken mit Geheimtinte, in Herrenhandtaschen eingebaute Kameras und eine Enigma zu sehen. Diese Ausstellungsstücke stammen jedoch aus dem letzten Jahrhundert. Aktuelle Technik ist nicht zu sehen. Gerade diese Stücke erinnern irgendwie an die Sachen, die man nach der Wende in den Räumen der Stasi gefunden hat.

 Man muss daran denken, dass es sich bei der Ausstellung um einen Teil der Öffentlichkeitsarbeit des BND handelt und daher die öffentliche Diskussion und Spekulation um Auftrag und Arbeitsweise des BND und seiner Kooperation mit der National Security Agency (NSA) nicht thematisiert wird. Ebenso wird die Entstehungsgeschichte des BND nur angeschnitten, jedoch nicht kritisch aufgearbeitet.

Das Buch mit den Fotos von Martin Schlüter „Nachts schlafen die Spione“ kann auch in der Ausstellung gekauft werden.

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