Brauneck und Latschenkopf

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Steinmandl

Heute habe ich eine Bergtour auf das Brauneck und den Latschenkopf gemacht. Die Tour begann am Parkplatz der Talstation der Brauneckbahn in Lenggries, den man kostenlos nutzen kann. Selbstverständlich habe ich nicht die Brauneckbahn benutzt, sondern bin zu Fuß los. Zunächst ging es am Hochseilgarten vorbei, der zu der frühen Stunde jedoch noch nicht geöffnet hatte.

Über einen ziemlich steilen Weg, der zumeist geschottert war, ging es in gut zwei Stunden an der Reiseralm vorbei bis zur Bergstation der Brauneckbahn. Der Weg verläuft größtenteils im Wald und erst ab dem Speichersee unterhalb der Bergstation hat man einen Ausblick auf die Umgebung.

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Europäischer Fernwanderweg E4

Vom Brauneck ging es dann der Beschilderung nach in Richtung Benediktenwand und Tutzinger Hütte. Trotz größter Vorsicht habe ich unabsichtlich eine ganze Schafherde ein ziemliches Stück vor mir hergetrieben. Die Stiere und Kühe, an denen ich vorbeikam, waren da weniger beeindruckt. Man wandert dann am Schrödelstein vorbei und auf dem schmalen Höhenweg über das Stangeneck und den Vorderen Kirschstein Richtung Latschenkopf. Der Weg ist der Europäische Fernwanderweg E4 und ist felsig und stellenweise exponiert. Ein leichter Anstieg bringt einen dann zum Gipfelkreuz des Latschenkopfs.

 

Am Gipfelkreuz habe ich mich jedoch nicht lange aufgehalten, da Wolken aufzogen und ich Angst hatte, im Nebel herumzuirren. Die Angst war jedoch unbegründet, denn das Wetter besserte sich während des Abstiegs vom Latschenkopf Richtung Probstalm. Vom Brauneck bis zur Probstalm war ich etwa eineinhalb Stunden unterwegs. Auf diesem Weg habe ich tatsächlich Gämsen und Steinböcke gesehen. Die Gruppe Steinböcke war überhaupt nicht scheu. Ich konnte mich bis auf wenige Meter nähern und in aller Ruhe Fotos machen.

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Steinböcke

Der Weg führt in den niedrigen Lagen wieder durch Wald und man muss mehrmals den Arzbach überqueren. Wenn man keine nassen Füße bekommen möchte, sollte man die Trittsteine sorgfältig auswählen. Eine Stelle ist sogar mit einem Stahlseil versichert. Spätestens hier war ich sehr froh, dass ich meine Trekking-Stöcke dabeihatte.

Plötzlich tritt man aus dem Wald heraus und es geht an Wiesen und der Hinteren Längentalalm vorbei. Wichtig ist es, den Abzweig zur Talstation der Brauneckbahn zu finden, sonst landet man in Arzbach. Vom Abzweig zur Talstation geht es wieder durch den Wald. Schließlich tritt man auf den Weg, den man am Morgen zum Aufstieg zur Reiseralm benutzt hat. Von dort ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Parkplatz. Für den Abstieg muss man nocheinmal gut zweieinhalb Stunden einplanen. An der Talstation der Brauneckbahn kann man jetzt auch den Hochseilgarten und den Bikepark in Aktion bewundern. Die Gesamtstrecke war mit sechseinhalb Stunden angesetzt, wobei ich nicht ganz sechs Stunden benötigt habe.

Auch wenn es kein Sonnentag war, hat das Wetter gut gehalten. Entgegen der Vorhersage, die ab der Mittagszeit Schauer vorausgesagt hat, blieb es trocken. Auf dem Brauneck und dem Latschenkopf war ich jedoch froh, eine Fleecejacke, einen Windbreaker und eine Kopfbedeckung zu haben. Weiter unten war es natürlich etwas wärmer. Aufgrund des Wetters habe ich nur wenige andere Wanderer gesehen. Für das Brauneck sicherlich eine Seltenheit in den Sommermonaten. Die dramatischen Wolken, die zwischen den Gipfeln hingen, waren durchaus sehenswert und haben eine ganz eigene Stimmung erzeugt. Ich würde die Runde auf jeden Fall wieder auf diese Weise machen, da mir der Aufstieg in der Gegenrichtung vom Längental über die Probstalm auf den Latschenkopf wesentlich anstrengender erscheint.

 

Eine Antwort auf „Brauneck und Latschenkopf“

  1. Die Bilder sehen wirklich toll aus!
    Ich selbst habe ja noch ein bisschen „bammel“ vor langen Wanderungen, aber ich steigere mich zum Glück mit kleinen Etappen 🙂

    Viele Grüße

    Michael

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