Rosetta – am Mittwoch wird es spannend…

Am kommenden Mittwoch ist es endlich soweit. Nach ihrer mehr als zehnjährigen Reise wird sich die Landeeinheit Philae von der Raumsonde Rosetta lösen und auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko landen. Die Landung wird in einem Gebiet erfolgen, dass bisher den Namen „Site J“ trug und nun in Agilkia umbenannt wurde.

Wer sich für den Weg der Raumsonde vom Start bis hin zum Kometen 67P interessiert, dem empfehle ich das Buch „Rosetta – Rendezvous im All“ von Florian Freistetter. Das kleine Buch kostet 2,99 EUR und beschreibt auf etwa 41 Seiten die Rosetta-Mission in der anschaulichen und spannenden Art von Florian Freistetter.

Auf seinem Blog „Astrodicticum Simplex“ gibt es noch bis Mittwoch einen Countdown und er wird am Mittwoch live vor Ort über die Landung bloggen.

Das Deutsche Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat kürzlich einen sehenswerten Trailer über die Landung veröffentlicht.

Philae wird sich am frühen Mittwochmorgen von Rosetta lösen und dann mit dem mehrstündigen Abstieg auf 67P beginnen.

Ab 12:25 Uhr kann man auf der Homepage des DLR den Livestream zur Kometenlandung verfolgen.

Ob das gewagte Landemanöver geklappt hat, wird sich am Spätnachmittag herausstellen. Die Landung von Philae ist für 16:34 Uhr geplant. Es dauert aber bis 17:02 Uhr, bis das Signal hier angekommen ist. Die Landung ist äußerst gewagt und auch wenn bisher eigentlich alles geklappt hat, ist nicht sicher, ob es Philae überhaupt schafft auf 67P aufzusetzen und sich zu dort zu verankern. Sollte alles funktionieren, werden wir mitverfolgen können, wie 67P bei der weiteren Annäherung an die Sonne seinen Gas- und Plasmaschweif ausbildet.

Wer sich übrigens schon immer gefragt hat, was die Namen der Raumsonde, des Landers und des Landegebiets bedeuten:

Der Stein von Rosette (Rosetta) ist eine steinerne Stele mit einem Textfragment, dass in drei Schriften (Hieroglyphen, Demotisch und Altgrichisch) eingemeiselt wurde. Anhand dieses Textes konnte man die ägyptischen Hieroglyphen übersetzen.

Philae war eine Insel im Nil, auf der sich einst ein Tempel befand. Auf Philae wurde ein Obelisk gefunden, dessen zweisprachige Königsnamen Ptolemäus und Kleopatra ebenfalls bei der Entzifferung der Hieroglyphen halfen. Philae liegt inzwischen jedoch aufgrund des steigenden Wasserpegels des Nils durch den Bau des Assuan-Staudamms unter Wasser.

Agilkia ist eine Nachbarinsel von Philae. Ab 1972 wurden die Tempelanlagen von Philae auf die höher gelegene Insel Agilkia umgezogen. Man baute die Anlage dort originalgetreu wieder auf.

Sämtliche Namen haben mit der wegweisenden Übersetzung der Hieroglyphen zu tun. Die Mission zum Kometen 67P soll uns genauso helfen, die Anfänge unseres Sonnensystems zu verstehen.

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