Ausstellungen im Stadtmuseum

Im Stadtmuseum habe ich heute drei Ausstellungen besucht, die mich interessiert haben. Der Eintritt kostet 7 EUR und gilt für das gesamte Haus.

Die erste Ausstellung war „Luxus der Einfachheit„. Darin geht es um alternative Lebenskonzepte jenseits der Norm. Darin werden Fotografien über Menschen gezeigt, die nicht den „normalen“ Lebensstil gewählt haben. Das Spektrum reicht von Aussteigern, die in Bussen durch Europa ziehen bis hin zu Nonnen eines Schweigeordens oder Mitglieder einer orthodoxen jüdischen Kommune. Alles in allem eine ganz interessante Ausstellung, bei der mir aber zu wenig ausdrucksstarke Fotografien gezeigt wurden.

Englischer Garten
Rumford Denkmal im Englischen Garten

Die zweite Ausstellung handelte über den Grafen Rumford und war das Highlight des Tages. Der aus der damaligen englischen Kolonie Massachusetts stammende Rumford war ein Universalgelehrter, der sich nicht nur Gedanken darüber machte, wie man die Verhältnisse verbessern könnte, sondern auch tatsächlich etwas dafür tat.

In München ist er natürlich bekannt als der Initiator des Englischen Gartens. Der Garten war als Erholungsort für sämtliche Bewohner gedacht und in ein Unterhaltungs- und Lernkonzept eingebunden. Rumford engagierte sich auf vielen Gebieten. Er bildete Arme und Mittellose aus, damit diese ihr eigenes Geld verdienen konnten und entwickelte eine einfache, aber nahrhafte und gut schmeckende Rumford-Suppe, die auf der ganzen Welt dazu diente, mit wenig Geld Menschen zu ernähren. Auch auf wissenschaftlichem Gebiet war der Graf tätig und befasste sich mit Thermodynamik, Chemie und Medizin. Diese Ausstellung ist äußerst lehrreich und sehenswert. Die Exponate werden ansprechend präsentiert.

Die dritte Ausstellung „Ab nach München!“ handelt davon, wie München für Künstlerinnen um 1900 eine Anlaufstelle wurde. Frauen war der Besuch von Kunstakademien bis etwa 1920 verboten. Daher bildeten sich in München eigene Institute – sog. „Damen-Akademien“, in denen sich Frauen mit Malerei, Fotografie und Keramik befassen konnten und weiterbildeten. In der Ausstellung finden sich einige sehr schöne Werke von bekannten Künstlerinnen. Nicht auszudenken, dass man zur damaligen Zeit dachte, Frauen könnten keine Kunstschaffende sein und statt dessen in ihnen eine Art Haushaltsgegenstand sah.

Zu diesen Ausstellungen ist jeweils ein eigener Ausstellungskatalog erhältlich.

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