Luise Kiesselbach Tunnellauf

Am letzten Donnerstag, den 23. Juli 2015 fand der Luise Kiesselbach Tunnellauf statt. Dabei ging es darum, eine Strecke durch den neu gebauten Tunnel am Mittleren Ring Südwest zu laufen. Mit dem Bau des Tunnels wurde im August 2009 begonnen und am 27. Juli 2015 wurde er für den Verkehr freigegeben. Kurz vor dieser Freigabe für den Verkehr bestand die Gelegenheit die 2,5 km Straßentunnel laufend zu erkunden.

Das Baureferat der Stadt München hat dazu den Tunnellauf auf die Beine gestellt. 1.500 Teilnehmer durften am letzten Donnerstag auf der 6 km langen Strecke durch den Luise-Kiesselbach- und den Heckenstallertunnel laufen. Die Teilnehmerzahl war begrenzt und sämtliche Startplätze waren bereits zwei Tage nach der Ankündigung vergeben. Ich habe mich vor einigen Monaten spontan entschieden daran teilzunehmen, als ich einen entsprechenden Artikel in der Tageszeitung gelesen hatte. Durch die sofortige Anmeldung hatte ich keine Schwierigkeiten, einen Startplatz zu bekommen.


Die Landeshauptstadt München hat sich dafür viel einfallen lassen. Am Vortag konnte man die Startunterlagen am Luise-Kiesselbach-Platz abholen. Das Startpaket enthielt den Zeitmeßchip und ein limitiertes Laufshirt (“Ich war dabei.”). Ich wurde gebeten, mich am nächsten Tag bereits eine Stunde vor dem Start um 19 Uhr einzufinden und auf jeden Fall das Laufshirt zu tragen.
Am nächsten Tag war ich rechtzeitig vorher auf dem Luise-Kiesselbach-Platz und betrachtete den Startbereich. Hier ging es über eine Zufahrtsrampe in den Luise-Kiesselbach-Tunnel. Der Zugang war aber noch abgesperrt. Es gab einige Sitzbänke und ein Zelt, an dem man sein Gepäck abgeben konnte. Umkleidezelte fehlten, darauf hatte ich mich jedoch eingestellt.

Zur Anfeuerung waren eine Sambagruppe und ein Spielmannszug erschienen. Beide wechselten sich zunächst mit ihren Darbietungen ab. Die Sambagruppe kannte ich schon von anderen Laufveranstaltungen. Der Spielmannszug unterhielt mit einem breiten Spektrum an Liedern, das von “Veronika der Lenz ist da” bis hin zu “Ghostriders in the Sky” reichte. Kurz vor dem Start positionierten sich beide Gruppen dann im Tunnel, um die Läufer anzufeuern.

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Im Tunnel selbst waren aus Sicherheitsgründen keine Zuschauer zugelassen. Auf den kurzen Streckenabschnitten zwischen Luise-Kisselbach- und Heckenstallertunnel konnten sie aber von oben auf die Läufer herabblicken und diese anfeuern. Beim Start und im Zieleinlauf legten sie sich dafür umso mehr ins Zeug.

Nach einer Darbietung der Cheerleader der Basketballer von Bayern München ging es kurz nach 19 Uhr dann auf die Strecke. Die Veranstalter baten darum, dass sich Läufer, die auf Zeit laufen wollten, vorne aufstellen; während diejenigen, die vor allem den Tunnel betrachten wollten, sich eher im hinteren Läuferfeld positionieren sollten. Ich habe mich – vor allem nach den Erfahrungen beim letzten Stadtlauf – ziemlich an den Anfang gestellt.

Mir war vorher schon klar, dass man mit der GPS-Laufuhr im Tunnel natürlich nicht viel anfangen kann. Ich versuchte daher anhand der gelaufenen Zeit die Kilometer einzuschätzen. Das gelang mir natürlich überhaupt nicht. Es war beeindruckend mit den anderen Läufern durch den Tunnel über die neue Asphaltdecke und die neuen Markierungen zu laufen. Es ging vorbei an Fluchtwegmarkierungen, Fluchttüren und Notrufstellen. Ohne genaue Pace-Anzeige der Uhr ging ich den Lauf natürlich viel zu schnell an. Bereits bei der ersten Wende war mir klar, dass ich dieses Tempo nicht mehr lange würde halten können. Es ging dann mit einigen Kehren durch den Luise-Kisselbach- und den Heckenstallertunnel. Dazwischen immer wieder kurz ein Stück Himmel und Zufahrtsrampen, die mir erstaunlich steil vorkamen.

Irgendwie habe ich bei dem ganzen Hin- und Her die Orientierung verloren. Ich musste etwas Tempo herausnehmen, um eine Gehpause zu vermeiden. Die Uhr war keine Hilfe, da sie kurz vor dem Ziel irgendetwas mit 3 Kilometern anzeigte. Sie konnte ja immer nur in den kurzen freien Abschnitten eine Position berechnen. Ich hätte schwören können, dass wir in die falsche Richtung liefen, daher war ich dann doch sehr überrascht, als wir genau an der Stelle aus dem Tunnel liefen, an der wir diesen auch betreten hatten.

Nach 29:57 Minuten lief ich über die Ziellinie. Ich war äußerst zufrieden. Hatte ich doch mit einem Kilometerschnitt von 4:58 Minuten für mich einen neuen Rekord aufgestellt und das Ergebnis vom letzten Coopertest um mehrere Sekunden unterboten.

Im Ziel gab es dann Getränke, Proteinriegel und Bananen. Die Helfer dort waren angesichts des Andrangs leicht überfordert, taten jedoch ihr Bestes um alle Läufer zu versorgen. Man hätte die Stationen ruhig auch deutlich kennzeichnen können und ein paar Helfer mehr hätten auch nichts geschadet. Proteinriegel waren leider nur noch begrenzt vorhanden und Bananen habe ich überhaupt keine mehr abbekommen. Das ist aber auch kein Wunder, ich habe Läufer gesehen, die für sich gleich zehn Riegel auf einmal mitnahmen.

Nachdem schließlich die letzten Läufer nach etwa 58 Minuten aus dem Tunnel kamen, bildete der Spielmannszug den Abschluss und marschierte in Formation musizierend ebenfalls ins Ziel.


Der Lauf war schon etwas Besonderes. Durch den Luise-Kisselbach-Tunnel wird man nie mehr zu Fuß durchgehen können. Eine Neueröffnung von Straßentunneln wird nicht mehr so schnell stattfinden. Als Andenken an den Luise Kisselbach Tunnellauf habe ich die Fotos, meine Eindrücke und das limitierte Laufshirt. Wenn ich in Zukunft mit dem Auto hier durchfahre, werde ich immer daran denken.

Bericht von München.tv über den Lauf.

Hier gibt es Fotos vom Tunnellauf.

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