München Marathon 2015

IMG_0007
Zu den Umkleiden und zur Kleiderbeutelabgabe für den Halbmarathon

Heute habe ich mein Halbmarathon-Debüt gegeben. Nachdem ich die letzten beiden Jahre immer bei 10 km-Läufen gestartet bin, wollte ich zum Jubiläum des 30. München-Marathons in diesem Jahr zum Halbmarathon antreten.

Ich habe seit Juli nach einem Trainingsplan der Runner’s-World trainiert und mich gewissenhaft auf die 21,1 km vorbereitet. Ich kann schon vorweg nehmen, dass sich das Training wirklich ausgezahlt hat.

Der Halbmarathon startete auf der Weltenburger-Straße. Die Toiletten, Umkleiden und Kleiderbeutelabgabe befanden sich in der Denninger-Straße. Am Max-Weber-Platz sammelten sich am Bahnsteig schon viele Läufer. Die einfahrende U4 Richtung Arabellapark war bereits total voll mit weiteren Läufern. Am U-Bahnof Richard-Strauß-Straße musste man dann nur einfach den Läufermassen zum Startbereich folgen. Der Halbmarathon war mit 9.000 Läufern wie schon im letzten Jahr ausgebucht. Nach dem Umziehen konnte ich meinen Kleiderbeutel in einen der bereitstehenden DHL-Lastwagen deponierten. Diese transportieren die Beutel zum Ziel im Olympiastadion. Die Zeit bis zum Startschuss verging dann quälend langsam.

Um 13:30 Uhr gaben die Böllerschützen den Startschuss für den Startblock A statt, mein Startblock – B – startete um 13:40 Uhr. Ich bekomme jedesmal wieder eine Gänsehaut, wenn es losgeht und alle jubeln. Ich muss sagen, dass die Stimmung beim Halbmarathon schon eine andere ist, als beim 10 km-Lauf. Es herrscht zwar auch ausgelassene Stimmung, jedoch spürt man, dass die Teilnehmer die Sache hier wesentlich ernster nehmen, als bei der kürzeren Distanz. Oder wie es der Moderator an der Startlinie ausdrückte, hier handelt es sich um Leistungssport.

Nach dem Startschuss bog der Tross in die Weltenburger-Straße ein und dort ging es dann über die Startlinie. Zuerst im Münchener Osten nach Berg am Laim und am SZ-Hochhaus vorbei, dann zum Mittleren Ring auf die Friedensstraße zum Ostbahnhof. Der erste Kilometer war noch etwas langsam, da ich mich erst einmal freilaufen musste, ab Kilometer zwei lief es dann aber gut. Ich hatte mir eine Zielzeit zwischen 2 und 2:15 Stunden gesetzt und wollte daher einen Kilometerschnitt zwischen 5:4o und 6:00 Minuten – maximal 6:20 Minuten für den Kilometer laufen. Das konnte ich auch dank des Trainings durchhalten. Bei Kilometer 5 fühlte ich mich wirklich gut und konnte den Schnitt locker zwischen 5:40 und 5:50 Minuten halten. Ich wollte aber nicht zu schnell laufen, da mir klar war, dass sich das sonst später rächen würde.

Es ging hinter dem Ostbahnhof vorbei auf die Rosenheimer Straße Richtung Deutsches Museum und dort über die Isarbrücke. Vom Gärtnerplatz folgte ein kurzer Abstecher zum Sendlinger Tor und dann zum Marienplatz. Kurz vorher war die Hälfte bereits geschafft und mir ging es immer noch gut. Wie beabsichtigt konnte ich den Kilometerschnitt unter 6:00 Minuten halten. Der Laufweg über den Marienplatz und am Odeonsplatz zur Ludwigstraße war dicht gesäumt von Zuschauern, die einen noch einmal antrieben.

Es folgte noch eine Schleife von den Pinakotheken zum Königsplatz und zurück. Auf dem Königsplatz wurde gerade der Soundcheck für das heutige Konzert durchgeführt. So viel habe ich aber nicht mitbekommen, denn im nu war ich daran vorbei. Der Kilometer 15 verging und ich fühlte mich immer noch relativ frisch. Die vielen langen Läufe haben sich ausgezahlt. Es ging dann durch das Siegestor nach Schwabing und an der Universität vorbei endlich in Richtung Olympiastadion. Auf der Elisabethstraße merkte ich jetzt so langsam, dass ich die Entfernung meiner langen Läufe überschritt. Jetzt ging es nicht mehr so einfach und das Durchbeißen fing an. Damit hatte ich allerdings gerechnet. Ab Kilometer 18 wurde es jetzt anstrengend. Auf der leichten Steigung am Spiridon-Louis-Ring machte sich der Innenmuskel am linken Oberschenkel durch ein unangenehmes Ziehen bemerkbar. Jetzt wäre ich allerdings auch ins Ziel gehumpelt. Man konnte das Stadion sehen und bereits die Musik hören.

Zum Glück verging das Ziehen, als die leichte Steigung überwunden war und schon ging es auf der Rückseite durch den Tunnel mit bunten Scheinwerfern und Musik ins Stadion. Im Stadion erfolgte dann noch die übliche Stadionrunde, die nochmal alle restlichen Kräfte aktivierte und nach 2:05:50 Stunden lief ich glücklich ins Ziel. Nach Medaillenempfang habe ich mich wie schon im letzten Jahr mit Wasser, Apfelschorle, Iosgetränk, Bananen und Brezen gestärkt. Es hätte noch Bier, Äpfel, Kuchen, Smoothies und ein Kaffeemixgetränk gegeben. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als es am Wettkampftag sehr warm war, brauchte man dieses Mal die ausgeteilten Plastikumhänge, um sich warm zu halten.

IMG_0092
Startnummer und Medaille

Die Treppenstufen aus dem Innenbereich des Stadions heraus waren diesmal besonders anstrengend. Aber das ging sämtlichen Läufern so. Den Kleiderbeutel habe ich problemlos am DHL-Laster erhalten und schon ging es langsam zurück zur U-Bahn. Diesmal war der Bahnsteig am Olympiazentrum voll Läufer und es quetschten sich alle in die U3. Zum Glück konnte ich nach zwei Stationen in die U2 umsteigen, die etwas weniger voll war. Aber je näher man dem Königsplatz kam, desto mehr Fahrgäste stiegen zu. Am Königsplatz war dann wieder der Bahnsteig voll, diesmal allerdings mit Konzertbesuchern, die zum Königsplatz strömten.

Ich bin mit meinem Ergebnis sehr zufrieden. Es war ein gelungenes Halbmarathon-Debüt, bei dem ich meine geplante Zeit einhalten bzw. sogar leicht unterschreiten konnte. Ich werde nächstes Jahr wieder antreten. Die Strecke war eine regelrechte „Stadtrundfahrt“ und führte an vielen Orten vorbei. Einige Orte kannte ich selbst noch nicht. Die Zuschauer, die immer wieder an der Strecke standen, feuerten einen an. Ein Dank geht auch an die Samba-Gruppen, Trommler und Bands, die die Läufer mit ihrer Musik angetrieben haben. Vor allem die exzellente Band an der Schrannenhalle hat mir sehr gut gefallen.

Eine Antwort auf „München Marathon 2015“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.