Fotodoks 2015 – Past is Now

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Wer noch nicht im Münchner Stadtmuseum in der Fotodoks-Ausstellung “Past is Now” war, sollte dies unbedingt nachholen. Bis zum 10. Januar 2016 ist noch Zeit dafür.

Das Motto “Past is Now” deutet darauf hin, dass auch in jedem Heute das Gestern spürbar bleibt. Die Region Ex-Jugoslawien ist die Partnerregion der diesjährigen Ausstellung. Aus diesem Grund wird unter anderem auch auf das Dayton-Friedensabkommen, das den Krieg im ehemaligen Jugoslawien beendete, eingegangen. Die Flucht vor dem Krieg bildet die Verbindung zur Gegenwart.

Es ist zum Beispiel eine Fotoserie zu sehen, die den Alltag in Ostdeutschland im 25. Jahr seit der Wiedervereinigung zeigt. Die Fotografin Anne Morgenstern kehrte 2012/2013 zurück in ihre Heimat Hoyerswerda und fotografierte dort den Alltag. Der Fotograf Dragan Petrović machte in den 1980/90er Jahren Fotos von Hochzeiten, Familienfesten und öffentlichen Feierlichkeiten und schuf dabei ein Portrait der serbischen Gesellschaft in diesen Jahren. Roman Bezjak fotografierte von 2005 bis 2010 die ehemaligen sozialistischen Gebäude, Denkmäler und Architekturen im ehemaligen Jugolawien. Tom Licht machte sich gemeinsam mit seinem Vater auf Spurensuche nach seinem Großvater, der im Zweiten Weltkrieg bei einem Angriff auf ein russisches Dorf gefallen war. Auf der Reise durch Polen, die Ukraine, Belarus und Russland auf den Spuren des Mannes, den beide nie kennengelernt haben, finden sie nicht nur die noch heute sichtbaren Spuren des Kriegs, sondern auch näher zusammen. Sehr witzig auch die Idee, ein Selbstportait von Josip Broz “Tito” nachzustellen. Auf einer Seite des Raumes findet sich das Selbstportrait. Auf der anderen Seite eine ähnliche Holzwand mit Spiegel und den passenden Zimmerpflanzen davor, um dieses nachzustellen. (Selfies ausdrücklich erwünscht!)

Die Arbeiten der weiteren Fotografen finden sich auf dieser Seite.

Auch die weiteren Sonderausstellungen lohnen sich. Die Ausstellung “Das habe nur ich! Über Sammellust und Liebhabereien” handelt von allen möglichen Sammelleidenschaften. Besonders beeindruckt haben mich die absolut modern anmutenden Kakaokannen aus den 1920er Jahren, die mit einem Vorläufer des Airbrush-Verfahrens bemalt wurden. Die weitere Ausstellung “Gretchen mag’s mondän – Damenmode der 1930er Jahre” stellt die Damenmode im Dritten Reich vor. Hier zeigt sich vor allem, dass sich die Mode nicht dem Diktat der Nazis beugen wollte.

Der Eintritt in das Stadtmuseum (einschließlich der Sonderausstellungen) kostet 7 EUR.

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