Gegen Kunst, Ukraine Series in der Pinakothek der Moderne

In der Pinakothek der Moderne sind wieder einige interessante Ausstellungen zu sehen. So haben mich vor allem die Ausstellungen “Gegen Kunst” und “Ukraine Series” interessiert. Aber es gibt auch noch mehr zu sehen. Auch die restlichen Räume wurden umgestaltet. So sind mehrere interessante Videoinstallationen zu sehen.

In “Gegen Kunst” geht es um die Gegenüberstellung von Werken aus der unsäglichen Ausstellung “Entartete Kunst” von 1937 und Werken aus den “Großen Deutschen Kunstausstellungen”, die von 1937 bis 1944 im “Haus der Deutschen Kunst” stattfanden. Es werden Bilder und Skulpturen von Max Beckmann und Otto Freundlich gezeigt, die

Otto Freundlich - Der Aufstieg, 1929
Otto Freundlich – Der Aufstieg, 1929

von den Nazis diffamiert wurden. Den Gegensatz bilden die Skulpturen und Bilder der von den Nazis geförderten Künstler Adolf Ziegler und Josef Thorak. Einen zentralen Platz im Raum nimmt die Bronzeskulptur “Der Aufstieg” von Otto Freundlich ein. Als weiteres Element und Brücke zur Kunst nach 1945 wird der Triptychon “Kreuzigung” von Francis Bacon ausgestellt. Die Ausstellung ist noch bis 31. Januar 2016 zu sehen.

Die andere Ausstellung, die mich interessierte ist noch bis 6. März 2016 zu sehen. Es handelt sich um Fotografien von Johanna Diehl “Ukraine Series”. Die Fotografin zeigt die Räume ehemaliger Synagogen in der heutigen Ukraine. Die Synagogen wurden während der Sowjetzeit zu Kinos, Sporthallen und Klubs umgewandelt. Die Fotografien sind stumme Zeitzeugen, die einen Blick auf den Genozid an den ukrainischen Juden durch die Nazis, die antireligiöse Politik der Sowjetunion und den allgemeinen Verfall bieten. Einige Gebäude sind wirklich stark verfallen, andere zeigen dabei sogar noch originale hebräische Inschriften und religiöse Malereien. Vielen Räumen sieht man ihre ursprüngliche religiöse Bestimmung noch an. Eine sehr eindringliche Ausstellung.

Aber auch die restlichen Ausstellung sind durchaus sehenswert. So geht es in “Sí/No: The Architecture of Urban-Think Tank” um Entwürfe und konzeptionelle Ansätze für die Stadtplanung Caracas in Venezuela. An zwanzig Stationen wird die praktische Arbeit, besonders die Situation in den Favelas und deren Verhältnis zur Stadt gezeigt. Die Ausstellung ist interessant gestaltet. So sind beispielsweise Sitzgelegenheiten aus Bierkästen und anschauliche Audio-/Videoinhalte vorhanden.

Schließlich dann noch die Bildcollagen von Amelie von Wulffen in der Ausstellung “Bilder 2000–2015”. Darin werden Kombinationen aus Malerei und Zeichnungen mit eigenen Fotografien oder denen anderer Fotografen kombiniert. In ihren Landschaftsbildern, Portraits und Stilleben wendet sie unterschiedliche Techniken an. So arbeitet sie mit Lüftlmalerei, mit Basteltechniken wie Batik oder Tauchlack. Die Ausstellung ist noch bis 21. Februar 2016 zu sehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.