Klee & Kandinsky im Kunstbau

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Wer noch nicht in der aktuellen Ausstellung im Kunstbau des Lenbachhauses „Klee & Kandinsky“ war, sollte dies unbedingt noch bis zum 24. Januar 2016 nachholen. Ich habe die Ausstellung heute besucht. An der Kasse im Lenbachhaus war nicht viel los. Am Eingang zum Kunstbau gab es aber, obwohl es unter der Woche war, eine beachtliche Schlange. Die meisten Besucher hatten sich offenbar die Karten zuschicken lassen, waren aber nicht in der Lage, zum darauf angegebenen Zeitfenster zu erscheinen. Bei Einlass zwischen 12:00 Uhr und 12:15 Uhr braucht man halt nicht schon um 11:45 Uhr hineinwollen. Am Eingang steht extra ein Mitarbeiter, der kontrolliert, ob das angegebene Zeitfenster passt.

Ich musste schließlich überhaupt nicht warten und konnte direkt hinein. Auch im Innenbereich war es ziemlich voll. Neben zwei Führungen waren auch viele Besucher auf eigene Faust oder mit Audioguide unterwegs. Wenn man die Führungsgruppen vermeidet, geht es aber ganz gut. Denn die Besucher verteilen sich in der großen Halle des Kunstbaus ganz gut.

In der Ausstellung wird die Freundschaft von Paul Klee und Wassily Kandinsky anhand ihrer Zeichnungen und Gemälde dargestellt. Zunächst wird der Beginn ihrer Freundschaft beleuchtet. Beide Künstler lernten sich erst 1911 kennen, obwohl sie vorher beide bei Franz von Stuck an der Kunstakademie München studierten, sich aber dort nicht näher miteinander befassten. In Schwabing waren sie dann sogar Nachbarn. (Kandinsky konnte vom Balkon seiner Wohnung den Balkon von Klees Wohnung sehen.)

Nach der Zeit in München trafen sie sich 1922 als Lehrer am Bauhaus in Weimar wieder und zogen 1925 mit dem Bauhaus nach Dessau um. Sie wohnten dort in einem Doppelhaus, das von Walter Gropius als Meisterhaus errichtet wurde. Von diesem Haus ist ein Modell zu sehen und es ist nicht zu fassen, wie gefällig und modern dieses Haus – auch nach heutigen Maßstäben – wirkt. Da würde ich direkt gleich einziehen und Bilder von Klee und Kandinsky in den Räumen aufhängen.

Als das Bauhaus 1933 von den Nazis aufgelöst wurde, emigrierte Kandinsky nach Paris. Klee kehrte in die Schweiz zurück. Die Bilder der beiden, die ab dieser Zeit entstanden, könnten unterschiedlicher nicht sein. Kandinsky wollte mit bunten Farben Fröhlichkeit in dieser schweren Zeit darstellen, während Klees Bilder immer düsterer wurden. Dies lässt sich in der Ausstellung wunderbar verfolgen.

Mit der Gesundheit von Klee stand es während dieser Zeit nicht zum Besten, was sich auch auf sein Schaffen auswirkte. Erst kurz vor seinem Tod vollendete er wieder verstärkt Bilder. Schließlich starb er im Jahr 1940 während eines Kuraufenthalts. Kandinsky war erschüttert, als er die Nachricht vom Tod seines Freundes erhielt.

Die Ausstellung enthält viele Zeichnungen, Bilder und Fotografien der beiden Künstler. Dazu gibt es persönliche Briefe, historische Ausstellungskataloge und Lehrbücher.

Die Ausstellung ist äußerst sehenswert. Es gibt einen Ausstellungskatalog für 32 EUR. Der Eintritt kostet 12 EUR. Es kann auch ein Audioguide ausgeliehen werden. An der Garderobe können kostenlos Jacken und Mäntel abgegeben werden.

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