NS-Dokumentationszentrum München

Eingang zum Dokumentationszentrum
Eingang zum Dokumentationszentrum

Das NS-Dokumentationszentrum München wurde im letzten Jahr eröffnet. Endlich habe ich Zeit für einen Besuch gefunden. Das NS-Dokumentationszentrum wurde auf dem Gelände des ehemaligen „Braunen Hauses“, also der NSDAP-Parteizentrale errichtet. Auf vier Etagen schildert es den Aufstieg, den Fall des Nationalsozialismus und nationalsozialistische Umtriebe in der Zeit danach.

Vierter Stock
Vierter Stock

Man sollte sich für das Dokumentationszentrum unbedingt viel Zeit nehmen. Das Dokumentationszentrum ist absichtlich so gestaltet, dass man hier keine Nazi-Devotionalien zu erwarten hat. Es gibt statt dessen viele Texttafeln und Fotografien, Abbildungen von Plakaten, Zeitungsausschnitten und Briefen. Einen Audioguide kann man zwar ebenfalls ausleihen, jedoch kommt man aus meiner Sicht auch ohne aus, da ohnehin alles ausführlich in den Texten (jeweils in Deutsch und Englisch) behandelt wird. Daneben gibt es viele Animationen und es werden kurze Filme gezeigt. Dadurch werden die vielen Texte aufgelockert.

Das Gebäude aus Beton mit den weißen Wänden lenkt den Blick immer wieder auf die Ausstellung. Nach dem Kartenkauf im Erdgeschoss (5 EUR – kein Sonntagseintritt) begibt man sich in den vierten Stock zum Anfang der Ausstellung. Dort wird der Ursprung und der Aufstieg der NS-Bewegung in den Jahren 1918 bis 1933 behandelt. Es wird die turbulente Zeit der Weimarer Republik mit ihren Unruhen aus dem Münchner Blickwinkel dargestellt.

Im dritten Stock geht es mit der Herrschaft und der Gesellschaft im Nationalsozialismus in den Jahren 1933 bis 1939 weiter. Hier nimmt die Verfolgung der Personen, die von den Nationalsozialisten als nicht zum „Volkskörper“ gehörig erklärt werden, einen breiten Raum ein. Immer wieder natürlich mit dem Bezug zu München.

Blick auf die Fenster und die vier Leinwände mit laufenden Filmen.
Blick auf die Fenster und die vier Leinwände mit laufenden Filmen.

Im zweiten Stock dann München und der Krieg (Jahre 1939 bis 1945) und die Zeit nach 1945.

Im ersten Stock schließlich die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit nach 1945. Beginnend mit dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal, aber auch der schnellen Rückkehr ehemaliger Funktionäre in höhere Ämter, über die Auseinandersetzung in den 50er und 60er Jahren, bis hin zum Oktoberfestattentat und den Morden des NSU. Ebenfalls im ersten Stock findet sich die Sonderausstellung „Der Warschauer Aufstand 1944“.

Immer wieder wirft man einen Blick durch die Fenster nach Draußen auf die Sockel der beiden „Ehrentempel“, das Königstor oder den ehemaligen „Führerbau“. Der Rundgang ist äußerst informativ aber auch bedrückend. Es sollte jeder dem Dokumentationszentrum einen Besuch abstatten und davon lernen.

Ein kleiner Bücherstand im Erdgeschoss und eine Cafeteria im zweiten Untergeschoss runden das Angebot ab.

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