Synology-Backup in die Cloud

Backups meiner Synology hatte ich bisher auf einer an die Synology angesteckte USB-Festplatte gespeichert. Dies werde ich auch weiterhin beibehalten. Diese Backup-Strategie hat jedoch einige entscheidende Nachteile. Die Festplatte ist nicht verschlüsselt, also kann jeder, der diese in die Hände bekommt, meine Daten lesen und außerdem bewahre ich sie zwar nicht direkt neben der Synology auf, jedoch räumlich nicht so getrennt, dass die mögliche Gefahr besteht, dass bei einem etwaigen Wohnungsbrand sowohl die Synology als auch das Backup zerstört würden. Der wichtigste Grund ist jedoch der, dass ein Backup nur dann gut ist, wenn es automatisch erfolgt und man nicht daran denken muss. Und so regelmäßig wie es sein sollte, habe ich die USB-Platte halt dann doch nicht an die Synology angeschlossen.

Um diese Nachteile zu umgehen, habe ich schon lange mit dem Gedanken gespielt, zusätzlich ein tägliches Backup in die Cloud durchzuführen. Der Anbieter sollte wenn möglich relativ günstig sein und einen Client für die Synology haben. Selbstverständlich soll das Backup vor dem Hochladen auf der Synology verschlüsselt werden, da niemand seine persönlichen Daten einfach so im Klartext zu einem Anbieter hochladen möchte.

Die Synology bietet mit der Anwendung Hyper-Backup die Möglichkeit, regelmäßige Backups anzulegen, zu verschlüsseln und zu bestimmten Anbietern hochzuladen. Meine Wahl ist schließlich auf HiDrive von Strato gefallen, das den Vorteil hat, seine Server in Deutschland stehen zu haben. Strato hat zur Zeit seine Preise gesenkt, um Dropbox Konkurrenz zu machen und wurde dadurch preislich interessant.

Verfügbare Speicherpakete
Verfügbare Speicherpakete

Ich habe mich für das Paket mit 1.000 GB und jährlicher Zahlung von 90 EUR entschieden. Wichtig ist allerdings, dass man mit diesem Paket alleine leider nicht weiterkommt. Um HiDrive überhaupt auf der Synology und auf dem Computer vernünftig nutzen zu können, muss man beim Buchungsvorgang unbedingt das HiDrive Protokoll-Paket mit auswählen, das nochmal mit 59,40 EUR pro Jahr zu Buche schlägt.

Zusatzpaket gleich im Bestellvorgang mit hinzu buchen.
Zusatzpaket gleich im Bestellvorgang mit hinzubuchen.

Insgesamt kosten die 1.000 GB also rund 150 EUR pro Jahr. Ohne das Zusatzpaket, welches die für eine vernünftige Arbeit benötigten Protokolle wie rsync, WebDav, SMB usw. nachrüstet, geht es nicht, da sonst weder die Anwendung auf der Synology noch dar Strato-Client auf dem Computer funktioniert.

Zusatzpakete
Zusatzpakete (Der Endpreis im Screenshot weist für das Protokoll-Paket nur den Beitrag für sechs Monate aus.)

Nach dem Bestellvorgang bei Strato dauerte es eine viertel bis halbe Stunde und dann bekam ich die Anmeldedaten und konnte mit der Einrichtung auf der Synology weitermachen.

Sofern noch nicht geschehen, installiert man sich auf der Synology die App „Hyper-Backup“ über das Paketzentrum. Dann ruft man die Anwendung auf und legt über das kleine Plussymbol eine neue Datensicherungsaufgabe an. Dann wählt man als Datensicherungsziel „HiDrive“ aus und klickt auf „Weiter“.

Unter dem Punkt „Datensicherungsaufgabe erstellen“ gibt man den von Strato mitgeteilten Benutzernamen und das Kennwort ein. Es empfiehlt sich, vorher im Browser am Computer über das Kundenzentrum von Strato ein neues und vor allem längeres Passwort (maximal möglich sind 20 Stellen) zu vergeben, da das Passwort von Strato doch recht kurz ist. Über das kleine Dreieck bei „Ordner“ wird vom Strato-Server die Verzeichnisstruktur eingelesen. Dann den entsprechenden Ordner auswählen. Vorher kann man wiederum auch über das Kundenzentrum von Strato extra noch einmal einen Ordner anlegen, in dem die Backups landen sollen (z. B. SynologyBackup o. ä.). Der Eintrag in Hyper-Backup unter „Verzeichnis“ wird automatisch vergeben. Falls gewünscht, kann er auch geändert werden. Mit „Weiter“ geht es zur nächsten Seite.

Dort werden die Ordner ausgewählt, die gesichert werden sollen. Wenn gewünscht, können auf der nächsten Seite auch die Anwendungen der Synology, die mitgesichert werden sollen, ausgewählt werden. Dies ist nicht unbedingt nötig.

Auf der nächsten Seite dann die Datensicherungseinstellungen überprüfen. Hier kann man z. B. die Bandbreite der Datenübertragung beschränken (eher nicht nötig). Um Bandbreite zu sparen, sollte man die Daten über die entsprechende Einstellung vorher komprimieren lassen. Unbedingt erforderlich ist es, die clientseitige Verschlüsselung zu aktivieren und ein starkes Passwort (mindestens 20 Stellen oder besser noch mehr) zweimal anzugeben. Jetzt noch den Zeitplan aktivieren und ein Sicherungsintervall auswählen. So kann man beispielsweise täglich um Mitternacht sichern lassen. Beim Klick auf „Weiter“ wird automatisch ein erstelltes Sicherungszertifikat heruntergeladen. Dieses gut aufheben (nicht auf der Synology!). Ohne Passwort bzw. Zertifikat ist ein Restore der Daten nicht möglich.

Auf der nächsten Seite dann die Sicherungsrotation auswählen. Diese legt fest, wie mit den alten Sicherungen umgegangen wird, wenn die maximale Anzahl an Sicherungen erreicht wird. Entweder kann man einfach jeweils die älteste Sicherung löschen lassen oder man wählt besser „Smart Recycle“. Hier werden bestimmte frühere Versionen beibehalten und dazwischenliegende Backups intelligent gelöscht. Die maximale Anzahl der Versionen, die beibehalten werden, bis die Rotation einsetzt, ist mit 256 vorbelegt und kann belassen werden. Nach „Übernehmen“ wird man gefragt, ob man die Datensicherung jetzt sofort beginnen möchte oder ob es nach Zeitplan erfolgen soll.

Hyper Backup auf der Synology
Hyper Backup auf der Synology

Der erste Upload dauert je nach verfügbarer Leitung natürlich ewig. Dabei muss aber natürlich nur die Synology laufen, nicht jedoch der Computer. Ist dann das Backup komplett auf dem HiDrive, werden künftig nur noch die Änderungen gesichert. Das bedeutet, es geht dann je nach Umfang der Änderungen wesentlich schneller.

Es lassen sich im Nachhinein auch noch Änderungen an dieser Datensicherungsaufgabe vornehmen. So können z. B. die zu sichernden Ordner geändert werden, wenn man feststellt, dass der Platz nicht reicht oder man kann auch die Sicherungsrotation verändern und z. B. die Zahl der maximalen Versionen verringern usw.

In der nächsten Folge geht es dann weiter mit dem Zugriff auf die Sicherungen und dem Restore. Denn ein Backup ist nur dann gut, wenn die Sicherungen auch lesbar sind und wiederhergestellt werden können.

2 Antworten auf „Synology-Backup in die Cloud“

  1. Danke für den Hinweis mit dem Zusatzpaket.
    Hatte das Kostenlose Paket ohne Zusatz genommen und da geht es nicht.
    Der Gesamtpreis ist mir zu hoch und ich werde bei Hubic bleiben (50€ im Jahr/10 TB). Auch wenn mir die Firma eher Suspekt ist.

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