Flugwerft Schleißheim

Schon seit langer Zeit wollte ich einmal die Außenstelle des Deutschen Museums in Oberschleißheim besuchen. In der dortigen Flugwerft sind 70 Flugzeuge und Hubschrauber aus allen Epochen der Luftfahrtgeschichte ausgestellt. Es beginnt mit dem Lilienthal-Gleiter, geht über die Fokker D VII (einem Jagdflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg), dem Fieseler Storch (einem Aufklärungsflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg) oder der Heinkel He 111 (dem Standardbomber der Deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs) bis hin zum Tornado der Bundesluftwaffe.

Oberschleissheim-20
Turm der Flugwerft

Die Flugzeuge der früheren Jahre sind in der Werfthalle ausgestellt. In den angrenzenden Räumen wird die Geschichte des Flugplatzes, der im Jahr 1912 von der Königlich-Bayerischen Fliegertruppe angelegt wurde, dargestellt.

Im Ersten Weltkrieg wurden in Schleißheim Fliegerabteilungen für die Front aufgestellt. Während der Weimarer Republik mussten dann sämtliche militärischen Flugzeuge abgeliefert bzw. zerstört werden. Es fanden von Schließheim aus noch Post- und Passagierflüge statt. Erst ab 1927 erfolgte wieder eine Aubildung an der neu aufgestellten „Deutschen Verkehrsflieger-Schule“. Während der Machtübernahme der Nazis wurde Schleißheim verstärkt zu einem Fliegerhorst der Luftwaffe ausgebaut. Man bildete Jagdflieger und Bomberbesatzungen aus. Ab 1943 wurde aufgrund der alliierten Angriffe mit der Nachtjagd-Ausbildung begonnen. Durch Luftangriffe wurde Schleißheim stark zerstört. Die US-Armee übernahm nach dem Kriegsende den Platz und nutzte ihn bis 1968 als „Schleißheim Army Airbase“. Ab 1958 waren auch Heeresflieger der Bundeswehr stationiert, die diesen bis 1981 nutzten. Aktuell ist nnoch die Fliegerstaffel Süd der Bundespolizei stationiert. Die verfallenen Gebäude der Flugwerft wurden restauriert und werden seit 1992 als Museum für Luft- und Raumfahrt genutzt.

Man gelangt über einen Verbindungsgang von der Werfthalle zur Restaurierungswerkstatt, in der gerade drei Flugzeuge hergerichtet werden und dann in die neue Ausstellungshalle, in der Flugzeuge ab dem Zweiten Weltkrieg, Hubschrauber und Raketen zu finden sind. Vom Turm der Flugwerft hat man einen schönen Überblick über das Flugfeld, dass man selbst nicht betreten kann. Man sollte nicht versäumen, die Treppen zum Turm hinaufzugehen.

Der Eintritt kostet 6 EUR. Es sind einige PKW-Parkplätze vorhanden. Die Flugwerft fand ich sehr interessant und kann einen Besuch nur empfehlen.

 

 

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