Gordon Parks

IMG_0197Die Ausstellung „I‘ am You, Selected Works 1942 – 1978“ im Kunstfoyer der Versicherungskammer zeigt das Schaffenswerk des Fotografen Gordon Parks.  Die Ausstellung spannt einen Bogen von den Fotografien, die von 1942 bis 1970 entstanden sind und die Rassentrennung im Süden, die Armut, Bandenkriminalität in New York bzw. Jugendunruhen in Harlem, aber auch den Kampf um Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung zeigen.

Gordon Parks hat immer die Fotografie als Instrument genutzt, um den Kampf für Gleichberechtigung zu dokumentieren und dabei auch Armut und Gewalt nicht auszusparen.

In den 60ern und 70ern portraitiert er mit Muhammed Ali, Malcolm X und Martin Luther King wichtige Vertreter der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Auch andere berühmte Künstler, wie Ingrid Bergmann oder Duke Ellington, werden fotografiert.

Ab den 1970ern entstehen zahlreiche Filme und Dokumentationen, die Sozialkritik und die Emanzipation der Schwarzen zum Inhalt haben. Einer seiner bekanntesten Filme ist „Shaft„, der zum ersten Mal einen Schwarzen als Titelhelden präsentiert.

Eine sehr beeindruckende Ausstellung, deren Fotografien vor dem Hintergrund des aktuellen politischen Geschehens eine besondere Bedeutung zukommt.

Ein Katalog zur Ausstellung ist erhältlich. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

 

Die neuen Räume der Sammlung Schack

IMG_0191Das zweite Obergeschoss des Galeriegebäudes der Sammlung Schack an der Prinzregentenstraße wurde seit 2009 umgebaut und renoviert. Die neuen Räumlichkeiten sind erst seit Ende November dieses Jahres wieder zugänglich. Da ich bisher nur das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss kannte, war ich sehr gespannt, wie sich die Gemälde in den neuen Räumen im zweiten Obergeschoss präsentieren.

Die neuen Räume werden durch künstliche Oberlichter blendfrei, gleichmäßig und hell erleuchtet. Auf die einzelnen Gemälde sind nochmal LED-Spots gerichtet, die an der Decke befestigt sind. Dadurch ist der erste Blick, den man vom Treppenhaus kommend auf die Gemälde wirft, direkt atemberaubend. Die Bilder der sonnenbeschienenen Landschaften scheinen regelrecht von selbst zu strahlen. Die Spots beleuchten die Bilder lediglich ganz dezent und wirken nicht grell. Der Effekt ist wirklich sehr beeindruckend. Die Räume selbst mit den graublauen Wänden und dem schönen Fischgrätparkett sind sehr gut gelungen und wirken sehr freundlich.

Die Bilder von Eduard Schleich d. Ä, Carl Rottmann und Anderen werden so angemessen präsentiert. Hier kann man einen virtuellen Rundgang durch die Räume der Sammlung Schack unternehmen.

Wer also schon einmal länger nicht mehr die Sammlung Schack besucht hat, sollte dies so bald wie möglich nachholen. Der Sonntagseintritt beträgt 1 EUR.

 

Drei Farben Schwarz

Die aktuelle Ausstellung „Drei Farben Schwarz„, die noch bis 23. Januar 2017 in der Neuen Pinakothek zu sehen ist, stellt die Farbe (oder Nichtfarbe) Schwarz in den Mittelpunkt.

Es werden verschiedene Gemälde gezeigt, die teilweise aus auch aus den derzeit wegen Umbaus gesperrten Räumen der Alten Pinakothek stammen. Es ist faszinierend, wie viel man alleine zum Einsatz der Farbe schwarz in Gemälden erfahren kann. Wer denkt, es könnte langweilig werden, wird schnell eines Besseren belehrt.

Ein großzügiger Einsatz dieser Farbe schafft z. B. eine düstere, bedrohliche Stimmung und stellt eine Metapher für das Böse dar. In anderen Gemälden soll es dann eine exotische und interessante Aura einer portraitierten Person unterstützen.

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Hans Makart – Lili Lauser, 1877 (vermutl. NS Raubkunst)

Auch ein schwarzer Pelzmantel kann äußerst interessant werden, wenn man ihn genauer betrachtet. Er besteht nämlich nicht nur einfach aus schwarzer Farbe.

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Franz Xaver Winterhalter, Graf Jenison-Walworth, 1837

Der Sonntagseintritt kostet wie üblich 1 EUR. Eine nette kleine Ausstellung, die mir sehr gefallen hat.

25 Jahre Fotoagentur Ostkreuz

Die aktuelle Ausstellung im Kunstfoyer der Versicherungskammer feiert das 25-jährige Jubiläum der Fotoagentur Ostkreuz. Die Fotoagentur ist heute die bedeutendste Fotoagentur in Deutschland.Sie wurde im Jahr 1990 nach dem Fall der Mauer, aber noch vor der Wiedervereinigung nach dem Vorbild von Magnum Photos gegründet. Sie ist nach einem S-Bahnhof benannt.

Die Ausstellung hatte 2015 in Paris Premiere und ist nach den Stationen in Marseille und Schwerin jetzt in München zu sehen.

In der Ausstellung werden die fotografischen Werke von 21 Fotografinnen und Fotografen gezeigt. Es wird wirklich ein breites Spektrum abgedeckt. So finden sich Aufnahmen von Krawallen zwischen Polizei und Hausbesetzern im Berlin der Wendezeit. Sehr eindrücklich auch die Aufnahmen von Roma aus Osteuropa und die Dokumentation aus vier heruntergekommenen Wohnblöcken, die zu DDR-Zeiten einmal sehr begehrt waren und „Manhattan“ genannt wurden, heute jedoch nur noch von wenigen Familien und Personen bewohnt werden. Die Langzeitstudie mit Portraits von Schülerinnen und Schülern einer Abschlussklasse aus dem Jahr 1977 hat mich am meisten beeindruckt. Die Protagonisten wurden bis heute in regelmäßigen Abständen immer wieder fotografiert.

Den internationalen Blick werfen die Fotografien der Richter und Bediensteten des Internationalen Strafgerichtshofs, die während eines laufenden Verfahrens aufgenommen wurden oder die dokumentierten Gedenktage vom Prager Frühling bis zur ägyptischen Revolution.

Eine Mappe mit Publikationen der Agentur kann für 38 EUR erworben werden.

Die Ausstellung kann ich jedem empfehlen, der sich für Fotografieren interessiert. Der Eintritt ist wie immer kostenlos.

Das schöne Herbstwetter habe ich anschließend noch für einen Spaziergang an der Isar genutzt und dabei einige schöne Motive gefunden.

Werner Bischof – Standpunkt, Hommage zum 100. Geburtstag

pic07745Die aktuelle Ausstellung im Kunstfoyer der Versicherungskammer über den Schweizer Magnum-Fotografen Werner Bischof kann ich absolut empfehlen. Werner Bischof war ursprünglich Studio- und Werbefotograf. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs machte er sich jedoch einen Namen, indem er mit seinen Aufnahmen das zerstörte Europa dokumentierte.

In der Ausstellung werden etwa 220 Originalabzüge seiner Aufnahmen samt der passenden Kontaktbögen ausgestellt. Man kann so den Auswahlprozess der jeweiligen Aufnahmen nachvollziehen. Es beginnt mit seinen Bildern, die er ab 1945 im Nachkriegseuropa aufgenommen hat. So kam er z. B. 1946 nach Deutschland, Italien und Griechenland und war von den dortigen Verhältnissen tief betroffen.

Es folgen dann Fotoreisen nach Osteuropa und Finnland sowie Norwegen in den Jahren 1947 und 1948.
Selbstportrait von Werner Bischof (c) Werner Bischof, Magnum PhotosAb 1949 war er dann Fotograf bei Magnum Photos und arbeitete für verschiedene Magazine. Auch nach Indien, Japan und Hongkong sowie in das Kriegsgebiet von Indochina führten ihn seine Reisen, die er in Fotoreportagen festhielt.

1953 und 1954 war er dann in Nord-, Mittel- und Südamerika unterwegs und dokumentierte z. B. die neuen Autobahnen in den USA. Am 16. Mai 1954 verunglückte Werner Bischof tödlich in den Anden.

Die Ausstellung wurde von seinem Sohn Marco Bischof vom Werner Bischof Estate zusammen mit Isabel Siben vom Kunstfoyer kuratiert. Der Eintritt ist kostenlos. Die Ausstellung ist noch bis zum 11. September 2016 zu sehen.

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher hochwertiger Bildband für 77 EUR erhältlich.