Salzburg 2017

Am Mittwoch war ich – so wie in jedem Jahr – wieder in Salzburg. Diesmal bei Schneefall. Es ist erstaunlich, wieviele Leute es im Winter in die Geburtsstadt von Mozart verschlägt. In der Getreidegasse haben sich die Leute regelrecht durchgeschoben. Schlimmer als im Sommer. Diese Straße habe ich daher gemieden.

Die Vorräte an echten Mozartkugeln und österreichischem Kaffee waren bald aufgestockt. Der Ausflug in Richtung Festung Hohensalzburg bzw. zum Mönchsberg war nicht so umwerfend, da es aufgrund des Schneefalls keine besonders gute Aussicht gab.

Zum Essen habe ich mir eine Bosna geholt. Dies wollte ich schon lang einmal versuchen. In einer kleinen Passage, die von der Getreidegasse abgeht, ist mir jedes mal die lange Warteschlange vor einem kleinen Grill aufgefallen. An diesem Balkan-Grill gibt es die Bosna. Eine Wurst, die im Jahr 1949 in Salzburg erfunden wurde. Es handelt sich um ein paar kräftig gewürzter Würste, die mit Zwiebeln, Petersilie und Senf in einer getoasteten Semmel angeboten werden. Das wird auf jeden Fall ein fester Anlaufpunkt für jeden Salzburg-Besuch.

Christkindlmarkt am Chinesischen Turm

Christkindlmarkt am Chinesischen Turm

Ein von Markus Manz (@manmar10) gepostetes Foto am

Braukunst Live! 2016

Auch in diesem Jahr fand wieder die Braukunst Live! vom 26. bis 28. Februar 2016 im MVG-Museum statt. Gestern habe ich auch den Sonntag für einen Rundgang genutzt.

Wie im letzten Jahr gab es wieder die Gutscheine von Braufactum, Craftwerk, Hofbräu München, Pilsner Urquell und Schneider. Während man letztes Jahr noch Chips für jeweils 0,50 € kaufen musste und die Biere dann zwischen einem und vier Chips kosteten, hatten es die Organisatoren dieses Jahr vereinfacht. Die Chips wurden abgeschafft. Statt dessen bezahlte man zwischen einem und vier Euro pro Probe von 0,1 l).

Begonnen habe ich mit zwei Bieren von Braufactum. Zuerst das Palor, ein hopfenbetontes Pale Ale zum Einstieg und dann The Brale, ein dunkles Brown Ale.

Beide Biere nicht schlecht, aber noch nicht wirklich etwas Besonderes.

Weiter ging es mit einem American Male Ale von Craftwerk namens Little Wulf. Dann das erste Bier, dass mich wirklich überrascht hat. Das Tap X von Schneider mit dem Namen Marie’s Rendezvous. Ein Weizendoppelbock mit fruchtiger Süße und leichter Pfeffernote, der sich schwer und üppig im Mund ausbreitete. Ein erstes Highlight.

Das genaue Gegenteil war der Hofbräu Hallodri. Ich hätte es besser wissen müssen, da ich diesen letztes Jahr auch schon probiert hatte. Ein leichtes, fast wässriges Bier mit dem üblichen dünnen Hofbräu-Geschmack. Also wirklich etwas zum Vergessen.

Als Kontrastprogramm folgte dann ein OND Smoked Porter von Bevog aus Österreich. Schön dunkel mit gutem Schaum und darauf ein interessantes Schwarzwald Black IPA von Pirate Brew aus Berlin. Ein Bier, das nach Porter aussieht, aber fruchtig wie ein IPA schmeckt. Eine sehr schöne und interessante Sache.

Nach diesen eher schweren Bieren sollte es ein Kontrastprogramm sein. Von Brewers Association eine Smoked Peach Weiße. Also eine Berliner Weiße mit der typischen Milchsäure und einem Geschmack von geräuchertem Pfirsich. Außer dem furchtbaren sauren Geschmack habe ich nichts geschmeckt. Jedenfalls keine Pfirsiche. Dieses Bier war leider ein totaler Reinfall. Und dass, obwohl ich schon gerne eine belgische Geuze mit Himbeeren oder Kirschen trinke. Hier fehlte mir die Frucht vollkommen und es blieb nur die Milchsäure im Gedächtnis.

Vom furchtbarsten gleich zum besten Bier der Braukunst Live in diesem Jahr. Ein Kiuchi Hitachino Ginger Ale aus Japan. Ein japanisches Bier gebraut aus Gerstenmalz, dem nach dem Brauvorgang kandierter Ingwer beigegeben wird. Schöner Biergeschmack mit leichter Süße und dem Geschmack des kandierten Ingwers. Leider fehlte die Schärfe, die der Ingwer sonst hat. Trotzdem aber ein sehr gutes Bier.

Die nächsten beiden Biere waren dann von Einstök der Icelandic Doppelbock und das Icelandic Toasted Porter. Beides frische Biere, die (so wurde mir gesagt) an den letzten Urlaub in Island erinnerten. Dies konnte ich mir tatsächlich beim Trinken so vorstellen.

Als vorletztes Bier dann von Nøgne Ø das Imperial Aquavit Rye Porter. Ein Porter, dass anschließend in Aquavit-Fässer lagert. Ein klassischer Porter-Geschmack. Erst nach dem Schluck fiel die Frische des Aquavit auf.

Zum Abschluss dann ein Bourbon Bock der Brauerei im Eiswerk aus der Champagnerflasche (25 EUR das Stück). Ein Bockbier, das in Whiskyfässern lagert und daher wunderbar nach Bourbon schmeckt.

Mit diesem Bier endete dann mein Rundgang durch die Braukunst Live! nach fast fünfeinhalb Stunden. Interessant war auch, dass das Craftbier immer mehr Anhänger findet. In der Warteschlange kurz vor dem Beginn haben mehrere Besucher gesagt, dass sie sich zum ersten Mal mit Craftbier befassen und einfach mal schauen wollten, was es da so gibt. Auch sehr schön war zu sehen, dass die Messe Jung und Alt, Männer und Frauen anzieht. Vom Hipster mit Bart und Manbun bis zum Lederhosenträger war alles geboten und alle hatten offenbar Interesse und Spaß daran.

Im nächsten Jahr werde ich auf jeden Fall wieder dabei sein.

Einen weiteren Bericht gibt es auf www.bierprobe-online.de.

Salzburg 2016

Festung Hohensalzburg

Wie immer im Jänner der übliche Salzburg-Besuch. Diesmal war ich sehr gespannt, ob ich etwas von Flüchtlingen mitbekommen würde. Auf der Hinfahrt fiel mir auf, dass immer mehr Schnee lag, je weiter es in Richtung Chiemsee ging. In München waren die Gehwege vom gefrierenden Regen spiegelglatt; Schnee lag aber kaum noch. In Salzburg selbst war dann zwar auch nicht mehr so viel davon vorhanden, jedoch lag noch deutlich mehr Schnee als in München. Es war bewölkt bei etwa 2 Grad. Manchmal konnte sich die Sonne auch kurz gegen die Wolken durchsetzen.

Mein Weg führte mich diesmal zu Orten, die ich bei meinen bisherigen Besuchen ausgelassen hatte. Nach dem Eindecken mit dem obligatorischen österreichischen Kaffee und den echten Mozartkugeln ging es durch Innenhöfe der Erzabtei St. Peter und über den Petersfriedhof direkt zur Haupttreppe auf die Festung Höhensalzburg hinauf. Natürlich habe ich mir die Festungsbahn gespart. So steil ist der Aufstieg dann auch nicht. Über Treppen und gut gestreute Wege ging es bis zur Festung hoch. Die Festung selbst habe ich allerdings nicht betreten, da ich oben weitergehen wollte und interessante Motive gesucht habe.

Die gab es oben dann auch wirklich. Mehrere perfekt renovierte historische Gebäude mit Zinnen und rot-weiß-roten Fensterläden und ein toller Ausblick auf Salzburg und die umliegenden Berge.

So verging die Zeit wie im Flug und schon ging es zurück zur Innenstadt und dann zum Bahnhof. Der Zug nach München stand schon bereit. Hier war auch das Einzige, was ich von Flüchtlingen mitbekommen habe. Sämtliche Türen am Zug waren verschlossen und nur eine Tür war offen. Davor stand ein Security-Mann und verlange beim Einstieg nach dem Ausweis (nicht nach der Fahrkarte). Ein flüchtiger Blick auf den Personalausweis reichte schon, um in den Zug zu kommen. Bei einem syrischen Pass hätte das wohl anders ausgesehen. Am Salzburger Bahnhof habe ich allerdings keine Flüchtlinge gesehen. Möglicherweise habe ich aber einzelne Familien für Touristen gehalten. Besonders aufgefallen ist mir jedoch niemand. Die restlichen Türen wurden erst in Freilassing freigegeben und ließen sich öffnen. In Freilassing am Bahnhof gab es auch ein beheiztes kleines Zelt und mehrere portable Toiletten. Aber auch hier war jedoch niemand zu sehen.

3. Bierprobe im Hopfenmuseum Wolnzach

IMG_0016Am letzten Samstag hat die dritte Bierprobe im Hopfenmuseum Wolnzach stattgefunden. Dieses Mal standen britische Biere auf der Tagesordnung.

Im Vorfeld hatte ich mir ausgemalt, dass man sich hier bestimmt auf Einiges gefasst machen dürfte. Es wird ja so viel von britischem Bier erzählt, z. B. von warmen, schalem Bier oder dass es bestimmt sehr bittere Biere zu kosten gäbe.

Im Laufe der Bierprobe konnte ich mich davon überzeugen, dass diese Vorurteile überhaupt nicht zutreffen. Jedoch war schon zu erkennen, woher diese Vorurteile kommen. Die vorgestellten Biere waren im Gegenteil alle sehr gut und es gab eigentlich keinerlei Überraschungen. Man kann schon fast davon sprechen, dass es für jemanden, der regelmäßig verschiedene Biere der Craftbrauer trinkt, langweilig war. So weit möchte ich dann aber doch nicht gehen. Die Ausführungen und Erklärungen zu den einzelnen Bieren und zu der Bierkultur in Großbritannien waren sehr informativ und interessant.

Großbritannien hat eine sehr alte Bierkultur. Bei den vorgestellten Biersorten handelt es sich um wirklich alte Biersorten, die bereits vor langer Zeit schon so gebraut wurden. Im Gegensatz zu den deutschen Biersorten, die es aktuell bei uns gibt, sind diese auch tatsächlich alt. Da kann man sich hierzulande noch so sehr auf das alte Reinheitsgebot berufen.

In Großbritannien ist es aber aktuell ähnlich wie bei uns. Es gibt nur wenige Großbrauereien, die als Industriebier ein langweiliges Lagerbier herstellen, das man nicht trinken möchte. Welches aber eigentlich auch überhaupt nicht der britischen Bierkultur entspricht. Zum Glück gibt es auch dort einige Brauereien, die die alten obergärigen Sorten wiederentdeckt haben.

Die Bierprobe begann mit einem Bitter, dem “Eden Best” der Eden-Brauerei in Cumbria. Ein Bitter ist im Großen und Ganzen ein besonderes Pale Ale. Vom Begriff “Bitter” darf man sich aber nicht täuschen lassen. Bitter heißt nicht, dass es sich um ein “bitteres” Bier handelt. Es war bernsteinfarben und schmeckte würzig und leicht süß. Mit 4,1 % hatte es einen geringen Alkoholgehalt. Das “Eden Best” ist ein sogenanntes “Real Ale”, also ein Bier, dass im Gegensatz zu den Industriebieren aus lokalen Zutaten auf traditionelle Weise hergestellt wird. Die Kohlensäure entsteht bei diesen Real Ales nur durch die Zweitgärung im Fass, bei der man nochmals frischen Hopfen hinzufügt. Im Pub wird dieses Bier mit der typischen Handpumpe aus dem Fass gezapft und hat dabei auch tatsächlich weniger Kohlensäure und Schaum, als wir es so gewöhnt sind. Es ist aber weit davon entfernt, schal zu sein. Ich kann dieses Vorurteil nicht bestätigen. Es war ein guter Auftakt und hat wunderbar geschmeckt.

Das nächste Bier war ein Old Ale, das “Buzzard Dark Ale” der Cotleigh Brewery in Somerset. Es handelt sich um ein dunkleres, malziges Bier, bei dem man das geröstete Malz sehr gut herausschmecken konnte. Auch hier war der Alkoholgehalt nicht wesentlich höher als beim vorherigen Bier. „3. Bierprobe im Hopfenmuseum Wolnzach“ weiterlesen