Krieg! Bayern im Sommer 1914

Die Ausstellung „Krieg! Bayern im Sommer 1914“ ist im Bayerischen Hauptstaatsarchiv noch bis zum 1. August 2014 zu besichtigen. In der Ausstellung wird anhand von historischen Dokumenten der Beginn und auch der weitere Verlauf des Ersten Weltkriegs aus bayerischer Sicht erläutert.

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Der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Man erreicht die Ausstellung aufgrund der Bauarbeiten ausschließlich über den Eingang Ludwigstraße 14.

Im ersten Raum geht es zunächst um das „August-Erlebnis“, also den Jubel und die Euphorie der Menschen beim Ausmarsch der Truppen aus Bayern. Anhand von Fotografien und Plakaten wird über die Einberufung informiert. Im zweiten und größeren Raum geht es dann mit anderen Empfindungen der Menschen weiter. Es überwiegt die Kriegsfurcht und der Abschiedsschmerz. Es werden Briefe an die Soldaten gezeigt, denen kleine Bastelarbeiten des Sohnes beiliegen oder Briefe, die ungeöffnet mit dem Vermerk „gefallen“ an den Absender zurückgeschickt wurden.

Anhand von Postkarten und Plakaten wird dann die Propaganda der verschiedenen Seiten (Entente und Mittelmächte) geschildert. Auch Künstlergruppen haben sich hier engagiert. Weiter geht es mit der ersten großen Schlacht an der Westfront in Lothringen. Dort errangen die bayerischen Truppen unter Führung des Kronprinzen Rupprecht einen Sieg, der in der Heimat euphorisch gefeiert wurde, jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf den Ablauf des Krieges hatte. Auch die Zerstörungen von Nancy, in Lothringen durch deutschen und französischen Artilleriebeschuss werden durch Fotos dargestellt.

Zum Schluss dann die nachlassende Kriegseuphorie in den folgenden Jahren, als immer mehr Verwundete und Bilder von Gefallenen auftauchen und schließlich die Situation in Lothringen von heute. Schließlich führt es zu Gedenksteinen von zwei einzelnen im Jahr 1914 gefallenen Soldaten. Anhand der Kriegsstammrolle wird deren Militärdienst nachvollzogen.

Die Ausstellung ist durchaus informativ, hätte für meine Begriffe ruhig umfangreicher ausfallen können. Da der Eintritt nichts kostet, kann man jedoch nicht klagen. Ich kann einen Besuch jedenfalls empfehlen.

Licht und Schatten, am Filmset der Weimarer Republik

Noch bis zum 27. Januar 2013 kann im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern die Ausstellung „Licht und Schatten, am Filmset der Weimarer Republik“ besucht werden. Der Eintritt ist kostenlos. Die Ausstellung ist auch am Sonntag geöffnet. Bereits am Eingang begrüßt einen Max Schreck als Graf Orlok aus Nosferatu.

Abbildung gemeinfrei wegen Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist.

Die Ausstellung führt durch die Filme der Jahre 1918 – 1933 in der Zeit des Aufbruchs der Weimarer Republik. Sie zeigt, welche großartigen deutschen Filme mit Weltgeltung diese Zeit hervorgebracht hat. Diese Epoche endete jäh mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Viele der Regisseure waren jüdischer Herkunft und mussten 1933 ins Exil gehen.

Es sind natürlich die sehr gut bekannten Filme wie Metropolis, M oder Nosferatu dabei. Jedoch auch andere Filme, an die man jetzt nicht unbedingt sofort denkt. „Das Cabinet des Dr. Caligari“ und „der Golem, wie er in die Welt kam„, beide von 1920. Natürlich dürfen die Klassiker von F. W. Murnau „Nosferatu“ aus dem Jahr 1922, Metropolis aus dem Jahr 1927 und M aus dem Jahr 1931 von Fritz Lang nicht fehlen.

Überrascht haben mich bei manchen Filmen auch die sensiblen und geradezu fortschrittlichen Themen. Im Film „Mädchen in Uniform“ aus dem Jahr 1931 geht es um die subtile Zuneigung einer Lehrerin und einer Schülerin. Im „Blauen Engel“ aus dem Jahr 1930 mit Marlene Dietrich gerät ein kleinbürgerlicher Gymnasialprofessor in die Abhängigkeit einer Sängerin und demütigt sich selbst als Clown. „M“ ist eine gut versteckte Kritik an der Todesstrafe und dem aufkommenden Nationalsozialismus. „Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?“ von 1932 ein Blick auf Probleme wie Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Depression, der der deutschen Zensur ein Dorn im Auge war. Nicht umsonst hatte auch Bertolt Brecht am Drehbuch mitgeschrieben.

Die Jahre 1929/30 sind vom Übergang vom Stummfilm auf Tonfilm geprägt. Vor allem haben mich die Filme Nosferatu und Metropolis beeindruckt. Es kann ein Ausstellungskatalog für 48 EUR gekauft werden. Dies ist deutlich günstiger, als der Band bei Amazon kostet.

1636 ihre letzte Schlacht

Schlacht bei Wittstock (Abbildung gemeinfrei)

Eine absolute Empfehlung ist die Ausstellung „1636 ihre letzte Schlacht“, die gerade in der archäologischen Staatssammlung München zu sehen ist. Der Sonntagseintritt beträgt 4,50 EUR und ist jeden Cent wert.

Im Dreißigjährigen Krieg fand am 4. Oktober 1636 bei Wittstock an der Dosse eine Schlacht zwischen schwedischen und kaiserlich-kursächsischen Truppen statt. Obwohl die schwedischen Truppen zahlenmäßig unterlegen waren, konnten diese durch eine flexible Kampfweise den schwerfälligen kaiserlichen Truppen derart zusetzen, dass diese im Zuge der einsetzenden Dunkelheit das Schlachtfeld fluchtartig verließen und somit ihre Niederlage anerkannten.

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Braucht’s des?! im Literaturhaus

Im Literaturhaus München findet noch bis 15.07.2012 die Ausstellung „Braucht’s des?!“ statt. Es ist die Ausstellung zum 70. Geburtstag von Gerhard Polt.

Der Eintritt kostet 5 EUR. Im Preis enthalten ist ein Audio-Guide, der auch unbedingt nötig ist, um in der Ausstellung überhaupt etwas mitzubekommen. Die meisten Ausstellungsstücke sind nämlich Ausschnitte aus seinen Filmen, seinen Bühnenprogrammen und aufgenommene Interviews.

Bei mir hat es erst beim zweiten Anlauf geklappt. Beim ersten Besuch waren sämtliche Audioguides vergriffen bzw. nicht aufgeladen. Ohne Audioguide kann man mit der Ausstellung aber überhaupt nichts anfangen. Man tippt beim jeweiligen Ausstellungsstück die angegebene Nummer ein und drückt auf „Play“. Anschließend hält man den Guide noch kurz an den Aufkleber mit der Nummer. Ein direkter Kontakt ist aber nicht nötig. Erst dann spielt der Guide etwas ab. Wenn es nicht gleich klappt, dann das Gerät einfach länger an den Aufkleber halten. Ich hatte da anfangs Probleme und war nicht der Einzige.

Von der Ausstellung selbst war ich leider etwas enttäuscht. Es ist einfach ein langgezogener Raum, in dessen Mitte ein langer Tisch verläuft, auf dem einige wenige Stücke, wie Briefe, Zeitungsausschnitte oder Fotos angebracht sind. Dazu noch Monitore, auf denen Gerhard Polt in gewohnter Art über die verschiedensten Dinge sinniert. Zu jedem dieser Einspieler wurde auch stets die Länge angegeben. Sehr vorbildlich, da auch Videos mit über 30 Minuten Länge dabei waren.

An den Wänden des Raumes sind über den Köpfen der Besucher Leinwände angebracht, auf denen Ausschnitte aus seinen Filmen, Bühnenprogrammen oder Interviews abgespielt werden. Ich mag Gerhard Polt als Satiriker, der den Menschen den Spiegel vorhält. Davon kam aber in der Ausstellung bei mir leider nicht so viel an.

Nur an ganz wenigen Stellen hatte ich genau dieses Erlebnis. So z. B. die Beschwerdebriefe zu seinem Film „Man spricht Deutsh„, in dem sich Leute über die Rufschädigung an der im Film genannten italienischen Stadt beklagten oder die Zeitungsausschnitte und das dazu passende Interview zum Auftritt in der DDR in den Achtzigerjahren.

Auch einige der auf den Leinwänden gezeigten Filme waren Sachen, die man sich gerne wieder angesehen hat. Allerdings waren die Ausschnitte oft sehr lang und pro Leinwand wurden mehrere verschiedene Sachen hintereinander gezeigt. Es standen zwar ein paar Stühle herum. Durch den langgezogenen Raum war es aber etwas ungemütlich, sich sämtliche Szenen in voller Länge anzuschauen und ständig nach oben zu starren. Immer wieder musste man aufpassen, nicht anderen Leuten die Sicht zu versperren oder aufpassen, dass nicht andere Leute sich vor einen hinstellen und die Ausstellungsstücke auf dem Tisch betrachten.

Mich hat das Konzept leider nicht so überzeugt. Zum Schluss war mir das einfach zu viel  Video. Dazu hätte ich nicht in eine Ausstellung gehen müssen. Das hätte ich mir lieber zu Hause in Ruhe am Fernseher angesehen. Ich hatte am Ende überhaupt keine Motivation mehr, mich damit zu beschäftigen und war ehrlich gesagt froh, als ich nach etwas über einer Stunde wieder im Freien war.