Mark Morrisroe in der Villa Stuck

In der Villa Stuck findet noch bis 28.05.2012 eine Ausstellung über Mark Morrisroe statt. Morrisroe starb im Alter von 30 Jahren an den Folgen von Aids. Er gehörte zur Kunst- und Punkszene in Boston.

Gezeigt werden Schwarzweiß-Aufnahmen, Polaroids und als Highlight in der Rotunde die Sandwich-Prints. Hier handelt es sich um eine Kombination von unterbelichtetem Farb- und Schwarzweißnegativ, die übereinander montiert und erneut aufgenommen werden. Dabei ergeben sich zusammen mit Morrisroes Stilelementen interessante grobkörnige Fotos mit eigenwilliger Farbgebung, die mit den nachträglich angebrachten Zeichnungen und Schriftzügen durchaus überzeugen können. Im letzten Raum der Ausstellung sind dann die Collagen zu sehen, die Morrisroe vor seinem Tod in der improvisierten Dunkelkammer in seinem Zimmer im Krankenhaus erstellt hat.

Alles in allem hat sich der Eintritt von 6 EUR durchaus gelohnt. Die Fotos werden zurückhaltend präsentiert. Trotzdem fand ich die Ausstellung mit der Zeit anstrengend. Morrisroe war äußerst selbstverliebt. Das zeigt sich daran, dass unzählige Aktfotos von ihm aufgenommen werden. Die gezeigten Super 8-Filme, die er gedreht hat, bestätigen mich in meiner Meinung. Hier treten er und auch die Mitspieler in Drags auf. Die Kamera ist fast ständig auf Morrisroe gerichtet.

Ein weiterer Punkt, warum mir die Ausstellung so anstrengend vorkam, kommt wohl daher, dass die ganze Lebenswelt von Morrisroe (zumindest nach außen) so schrill war. Wer übrigens Probleme damit hat, dass Geschlechtsteile oder nackte Männer in Heels gezeigt werden, sollte die Ausstellung meiden. Aber solche Leute hätten sich ja wohl nicht dorthin verirrt.

Als Abschluss standen dann noch die historischen Räume der Villa Stuck auf dem Plan. Ich nutze die Gelegenheit, meinem Lieblingsbild „Dissonanz“ einen Besuch abzustatten.

(Die Abbildung ist wegen Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist gemeinfrei.)

Völkerkundemuseum

Die DVDs und Bücher von Michael Palins Reisen haben mich inspiriert und daher wollte ich mich über fremde Kulturen im Völkerkundemuseum informieren.

Das Museum präsentiert sehr umfangreiche Sammlungen. Die Stücke werden modern und anschaulich präsentiert. Es wird mit Musik und Licht gearbeitet. Stücke sind in Vitrinen mit Bewegungsmeldern untergebracht. Das Licht geht nur dann an, wenn jemand davor steht. Andere Exponate werden im Sand oder im Schotter präsentiert. Die Aufseher im Museum sind sehr freundlich und hilfsbereit. Ich habe persönlich miterlebt, wie sich ein Aufseher sehr viel Zeit für zwei kleine Kinder genommen hat und diesen kindgerecht Ausstellungsstücke gezeigt und erklärt hat.

Ich habe die Dauerausstellungen (Sonntagseintritt 1 EUR) und die Sonderausstellung der Japanischen Holzschnitte (Eintritt 3 EUR) besucht. Die Ausstellungen sind in Ozeanien, Islam, Afrika, indianisches Südamerika sowie Nordamerika unterteilt.

Man sollte auf jeden Fall die Ausstellung „Weiter als der Horizont“ nicht versäumen. Diese ist noch bis 11.09.2011 zu sehen. Der Eingang erfolgt über die Arkaden an der Vorderseite. Vom Haupteingang nach rechts befindet sich der Zugang. Hier werden Ausstellungsstücke aus dem künstlerischen Blickwinkel gezeigt. Ich empfehle auf jeden Fall den Audioguide (Leihgebühr: 1 EUR) mitzunehmen. Die Stücke sind zwar mit Tafeln beschrieben. Weitergehende Infos erfährt man aber nur mit dem Guide. In einigen Fällen hätte ich das wirklich Spektakuläre der Objekte ohne den Guide übersehen und wäre nach fünf Minuten wieder gegangen. So aber kann man locker eine kurzweilige Stunde oder noch mehr verbringen.

 

Ein Cafe darf auch nicht fehlen. Hier gibt es auch Speisen und man kann in den Arkaden geschützt im Freien sitzen. Der obligatorische Museumsshop darf natürlich auch nicht fehlen. Hier ist er aber sehr passend und bietet orientalische Kunst an.