Spotify – ein Resümee

Spotify ist jetzt seit Mitte März 2012 in Deutschland offiziell nutzbar. Ich war begeistert und habe mich von Anfang an mit einem Premium-Account angemeldet. Nach zwei Monaten Spotify-Nutzung kann ich jetzt ein Fazit ziehen.

Meine anfängliche Begeisterung ist leider nicht mehr so groß. Ich finde die Idee, die hinter Musik-Streaming steht, immer noch gut und übersichtlich umgesetzt. Mich stört es nicht, dass mir die Musik nicht mehr direkt gehört. Dank des Premium-Zugangs kann ich Musik vorher auch auf meinem Smartphone offline verfügbar machen und dann unterwegs hören, ohne mein Datenvolumen in den Abgrund zu reißen.

Meine Probleme hängen eher mit der Musikauswahl zusammen. Aktuelle Stücke sind natürlich erhältlich. Nur interessieren mich aktuelle Charts aber nicht. Ich habe einen anderen Musikgeschmack und hier stoße ich immer wieder an Grenzen. Wenn ich Lust habe, das schwarze Album von Metallica zu hören, kann ich das nicht finden. Vom Album „Say You Will“ von Fleetwood Mac, hat Spotify noch nie etwas gehört. Der Soundtrack von „The Big Lebowski“ ist nur teilweise vorhanden. Andere Stücke sind nur als Karaoke-Version oder als Flamenco- oder Jazz-Cover vorhanden, obwohl es sich eigentlich um einen bekannten Rocksong handelt. Wenn man Glück hat, bekommt man wenigstens eine Live-Version des gewünschten Liedes, auch wenn man eigentlich die Studioaufnahme wollte.

Langsam drängt sich mir auch der Verdacht auf, dass die Gründe nicht nur bei Spotify selbst liegen. Standardmäßig sind nicht erhältliche Stücke ausgeblendet. Schaltet man dies in den Einstellungen aus, erlebt man eine Überraschung. Man sieht plötzlich viel mehr Musik. Diese wird dann in grauer Schrift angezeigt und beim Auswählen erhält man den Hinweis, dass diese Musik in Deutschland derzeit nicht verfügbar ist. Ein Anhören ist natürlich nicht möglich. Hat hier die GEMA die Finger im Spiel oder haben die Verwerter der betreffenden Künstler Angst, in Deutschland nicht genug zu verdienen?

Durch diesen Umstand, stoße ich ständig an Grenzen, wegen denen ich überlege, ob sich der Premium-Account von Spotify wirklich lohnt. Wenn man die fehlenden Stücke auf der Festplatte hat, kann man die zwar in den Spotify-Client importieren. Sie stehen dann aber nur auf diesem Endgerät zur Verfügung, nicht aber auf einem anderen Rechner oder dem Smartphone. Das ist aber nicht das, was ich mir von einem solchen Dienst wünsche.

Bei anderen Anbietern ist das natürlich genau dasselbe. Hier habe ich keine brauchbare Alternative gefunden.

Hoffentlich können diese Unzulänglichkeiten bald ausgemerzt werden, ansonsten muss ich wirklich darüber nachdenken auf die Free-Variante umzusteigen. Da reicht mir dann meine in iTunes-Match vorhandene Musik aus. Dabei wäre es so schön gewesen, auf eine große Auswahl an Musik zu haben, die auf allen meinen Rechnern, dem iPad, dem iPhone und der Squeezebox zur Verfügung steht und auf einfache Weise genutzt werden kann.

Morgen geht es mit Spotify in Deutschland los

Es gab bisher ja Gerüchte, dass Spotify Mitte März (der 13.03.2012 war im Gespräch) in Deutschland startet.

In einem Interview  bestätigte jetzt der Regionalvorstand von Spotify Deutschland den Starttermin 13.03.2012.

Morgen geht es also mit Spotify los. Angeboten werden folgende Modelle:

  • Spotify Free: kostenloser unbeschränkter Zugriff auf alle Stücke, jedoch mit Werbung. Der im Interview genannte unbeschränkte Zugriff ist interessant, da dieses Modell normalerweise eine Begrenzung auf 10 Stunden im Monat hat und man zudem ein Lied nur maximal fünfmal im Monat hören kann.
  • Spotify Unlimited: Werbefreier unbeschränkter Zugriff auf alle Stücke (4,99 € im Monat).
  • Spotify Premium: Werbefreier unbeschränkter Zugriff auf alle Stücke – auch offline, mit Smartphones und Online-Radios wie Logitech oder Sonos (9,99 € im Monat).

Es wird zum Anmelden ein Facebook-Account benötigt. Ich bin gespannt, wie die Modelle wirklich ausgestaltet werden und ob beim morgigen Start alles glatt läuft.

Quelle

Update: Nach Berichten des Bayerischen Rundfunks soll angeblich keine Einigung mit der GEMA erzielt worden sein. Dies widerspricht anderen Berichten, nach denen dies sehr wohl der Fall sein soll. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass Spotify startet, um dann so ähnlich wie Youtube lediglich Meldungen einzublenden, dass der Titel in Deutschland nicht gehört werden kann. Spotify selbst macht keine Aussagen zu den Verhandlungen mit der GEMA.

Update2: Nach der Anmeldung hat man für 48 Stunden einen kostenlosen Premium-Account. Man kann während dieser Zeit Zahlungsdaten (Kreditkarte, Paypal, Überweisung) hinterlegen und verlängert dann den kostenlosen Premium-Account auf 30 Tage. Macht man dies nicht, hat man nach 48 Stunden einen Free-Account. Bis zum Ende dieses 30-Tage-Zeitraums fallen bei Hinterlegung von Zahlungsdaten keine Kosten an. Danach wird er für 9,99 € weitergeführt, sofern man nicht vorher kündigt. Bei Kündigung hat man nach den 30-Tagen ebenfalls wieder einen Free-Account.

Spotify kommt Mitte März

Die Gerüchte um den Deutschlandstart des Musikstreaming-Dienstes Spotify verdichten sich. Offenbar wird dieser Mitte März 2012 in Deutschland starten.

Schon seit geraumer Zeit suchte Spotify in Deutschland Entwickler. Jetzt ist als Starttermin der 13. März im Gespräch. Die Preise sollen sich im Bereich von Simfy bewegen.

Ich bin schon sehr gespannt. Denn der in Deutschland bisher nutzbare Dienst Simfy hat mich vom Angebot her nicht überzeugt. Aktuelle Titel sind natürlich erhältlich. Aber ältere Stücke sucht man oft vergebens. „Led Zeppelin“ ist nur mit einem Pseudo-Album mit einem Stück vertreten. Von Deep Purple sucht man die alten Alben vergeblich und hat nur die Auswahl aus ewig vielen Live- oder Best-Of-Alben. Außerdem kann Simfy nicht mit meiner Squeezebox von Logitech zusammenarbeiten.

Spotify hingegen stellt APIs für Entwickler zur Verfügung. Daher gibt es die verschiedensten Anwendungen, die man nutzen kann. Unter anderem auch für die Squeezebox. Das man unbedingt bei Facebook angemeldet sein muss, ist jetzt zwar nicht so toll, aber Simfy ist für mich keine Alternative.

Ein sehr schöner Artikel vom Dezember 2011, der genau meine Ansicht teilt, findet sich bei Lummaland.

Ich werde mich jedenfalls bei Spotify anmelden, sobald dies möglich ist.